Vykintas Baltakas: Eselsbrücke

Vykintas Baltakas Eselsbrücke
Eselsbrücke

Vykintas Baltakas: Eselsbrücke

Kompositionsjahr:
2013
Instrumentierung:
für Ensemble
Komponist:
Vykintas Baltakas
Instrumentierung:
1 1 1 0 - 1 1 1 0 - Schl(2), Cemb, Vl, Vl, Va, Vc, Kb
Instrumentierungsdetails:
Flöte
Oboe
Klarinette in B
Horn in F
Trompete in C
Altposaune
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
Cembalo (+Klav)
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Commission:
Auftragswerk der Salzburg Foundation - Commissioned by Salzburg Foundation
Dauer:
10’
Widmung:
Matthias Pintscher gewidmet
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Hörbeispiele

Eselsbrücke
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Beyond Recall von Brigitte Kowanz ist eine auf der Staatsbrücke in Salzburg. Die Brücke an sich ist schon ein interessantes Objekt, sie beinhaltet aber auch einen Widerspruch: Eine Brücke steht unbeweglich, ist jedoch nie still – doch in ständiger Bewegung. Der Kontext, wo diese Brücke steht, ist reich und bietet viele Interpretationen an. Die Staatsbrücke steht vor dem alten Zentrum der Barockstadt Salzburg: Reiche Geschichte und Natur, Schmuck und Glanz, Progressivität und Konservativität sind gleichzeitig da. Diese Brücke ist in historisch schwierigen Zeiten entstanden: Sie wurde während des Zweiten Weltkriegs von Zwangsarbeitern erbaut. Das wirft einen Schatten auf den Glanz.

Visuelle und akustische Kunstformen (Musik) lassen sich schwer ineinander „übersetzen“. Ein Grund dafür ist: Wichtige „Bauelemente“ der einen Kunst-Sprache spielen eine ganz andere (oft auch kleinere) Rolle bei der anderen. Eines der wichtigsten „Elemente“, dem diese Trennung geschuldet ist, ist die Zeit. In der Musik spielt die Zeit eine sehr wichtige Rolle. In der Kunst ist die Zeit zwar auch da, aber meistens eher passiv. Auch andere Aspekte können nicht linear übertragen werden. Daher sind die zahlreichen Versuche, etwas Visuelles ins Musikalische – oder umgekehrt – zu „übersetzen“, bestenfalls nur als freie und sehr subjektive Interpretationen anzusehen, da es hier keine objektiven – direkt austauschbaren – Kriterien gibt.

Jedoch wäre es auch uninteressant, ein Kunstwerk in eine andere Kunstsprache direkt zu übersetzen. Damit sollten sich die Maschinen und nicht die Künstler beschäftigen. Mir geht es hingegen um eine bewusste Interpretation. Und genau genommen sogar um eine doppelte Interpretation: Denn bereits das Kunstobjekt von Brigitte Kowanz interpretiert – auf moderne Weise – die Staatsbrücke und deren historischen Kontext.

Was interessiert mich? Die Brücke: eine bewegliche Unbeweglichkeit. Die Brücke und die Stadt sind schick, glänzend: jedoch mit einem historischen Schatten. Dieses Dunkel lässt den Schick wenig Vertrauen erweckend erscheinen. 

Die Lichtinstallation von Brigitte Kowanz stellt einen Kontrast zur Brücke dar. Spiegelungen spielen hier eine große Rolle. So sind in meinem Stück die Spiegelung, Permutation und Wiederholung strukturelle Bausteine. Eines Stückes, welches glänzt; aber mit einem getrübten Glanz. Eine Art von Musik, die ständig in Bewegung ist, die immer weiter strebt, jedoch nur im Kreis bleibt. Illusion ist hier das Thema.

Vykintas Baltakas

Sonderausgaben

Eselsbrücke

Vykintas Baltakas: Eselsbrücke

Studienpartitur
für Ensemble , 10’
Besetzung: 1 1 1 0 - 1 1 1 0 - Schl(2), Cemb, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

Eselsbrücke

Vykintas Baltakas: Eselsbrücke

Studienpartitur
für Ensemble , 10’
Besetzung: 1 1 1 0 - 1 1 1 0 - Schl(2), Cemb, Vl, Vl, Va, Vc, Kb

Uraufführung

Ort:
Salzburg
Datum:
24.08.2013
Orchester:
Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker
Dirigent:
Matthias Pintscher

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