Wolfgang Rihm: 4. Streichquartett

Wolfgang Rihm 4. Streichquartett
4. Streichquartett

Wolfgang Rihm: 4. Streichquartett

Kompositionsjahr:
1980-1981
Instrumentierung:
für Streichquartett
Komponist:
Wolfgang Rihm
Instrumentierungsdetails:
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Commission:
komponiert für die Römerbad-Musiktage 1983, Badenweiler, zu deren zehnjärigem Bestehen.
Dauer:
17’
Widmung:
dem Alban-Berg-Quartett gewidmet
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Hörbeispiele

4. Streichquartett
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Werkeinführung

Das 4. Streichquartett ist ein Streichquartett – aber nicht „das Vierte“, vielleicht ein Neuntes, man weiß es nicht.

Es hat drei Sätze: zwei schnelle (die so schnell auch wieder nicht sind) und einen langsamen (der auch nicht nur langsam ist).

Das 4. Streichquartett komponierte ich im Winter 1980/1981. Es ist Nachzügler und Vorbote zugleich. Ich habe es noch nicht gehört. Ich freue mich auf seine Poesie, die mich heute gar nicht mehr interessiert, weil sie durch das Stadium des „Interessanten“ bereits hindurch ist und jetzt viel interessanter ist: so uninteressant wie sie heute sein darf. Aber das ist eine andere Geschichte. Denkt euch gefälligst selbst etwas aus. Die Musik ist nicht hinter der Musik oder in den Worten neben der Musik, sondern – errät es? Es winken Preise.

Dennoch ist dieses Streichquartett alles andere als heiter…

Wolfgang Rihm

 

Aus dem Programmheft / Wiener Konzerthaus 1984

Das 4. Streichquartett ist extrem gefühlsbetont, voll von schroffen Kontrasten, leidenschaftlichen Ausbrüchen, wild zerklüftet im Ablauf des Geschehens und damit formal schwer dingfest zu machen. Ungewöhnlich schon die Abfolge zweier schneller Sätze und eines langsamen Abgesanges, wobei die heftigen Unisono-Anläufe des Beginns auch strukturell mit dem resignativ versickernden Schluss korrespondieren. Jener erste Teil, der von dem empor fahrenden Motiv beherrscht wird, mündet in ein alla marcia, allegro ma non troppo, das für kurze Zeit gleichförmigere Bewegungsabläufe mit sich bringt. Zweiteilig ist auch der zweite Satz angelegt, mit einer überwiegend akkordlich bestimmten Einleitung und einer im subito andante eintretenden „Aria“, deren Kantabilität freilich von kurzer Dauer ist. Nach „langer Pause“ erst beginnt der Schlusssatz, der nach ätherischem Beginn und kurzem Aufbäumen rasch zum verlöschenden Ende findet.

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Uraufführung

Ort:
Badenweiler
Datum:
12.11.1983
Orchester:
Alban Berg Quartett

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