Wolfgang Rihm: Das Lesen der Schrift

Wolfgang Rihm Das Lesen der Schrift
Das Lesen der Schrift

Wolfgang Rihm: Das Lesen der Schrift

Kompositionsjahr:
2001-2002
Untertitel:
4 Stücke
Instrumentierung:
für Orchester
Komponist:
Wolfgang Rihm
Instrumentierung:
2 1 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Hf(2), Org, Str
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
Oboe
1. Klarinette in A
2. Klarinette in A
Fagott
Kontrafagott
1. Horn in F
2. Horn in F
3. Horn in F
4. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Kontrabasstuba
Pauken
1. Harfe
2. Harfe
Orgel
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Commission:
ROC GmbH (Berlin)
Anmerkungen:
Das Werk kann als Brahms-Requiem-Zwischenspiele fungieren.
Dauer:
17’
Widmung:
für Kent Nagano und das Deutsche Symphonie-Orchester (DSO), Berlin
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Hörbeispiele

Das Lesen der Schrift
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Wolfgang Rihm im Interview mit Jörg Königsdorf:

Rückt die Musiksprache des 'Requiems' durch das Dazwischentreten eines zeitgenössischen Komponisten nicht zwangsläufig in historische Ferne?

Nein. Es ist, als würden in eine gotische Grabkapelle vier monochrome Tafeln oder, etwas farbenfroher, vier Großformate von Anselm Kiefer gehängt. In Kiefers Baseler Ausstellung, die momentan in der Fondation Beyeler zu beschauen und zu bestaunen ist, hatte ich übrigens entscheidende Ideen und Eingebungen für das vorliegende Werk. Die Ur-Idee zu diesem Werk liegt weit zurück: Das Lesen der Schrift meint da einen Entzifferungsvorgang, das Nach-und-nach-Gewahrwerden eines durch Zeichen verklausulierten Textzusammenhanges. Auch ein Bild für das Entziffern musikalischen Textes kann damit gemeint sein.

Ich begann aus dem Murmeln des Zweifels Stillestücke zu formen, buk Brocken aus Innehalten und Verschweigen und fand Wege ins Unwegsame, Schritt für Schritt die innere Bewegung eines Trauerprozesses nicht abzubilden, wohl aber abzutasten. Dadurch aber: abzuformen. Die vier Stücke sind selbstverständlich eine für sich stehende, vierteilige Komposition. Sie bleibt nicht gebunden an dieses eine Wagnis, das großartige Brahms-Requiem in seinem Innern beantworten und befragen zu dürfen.

Satzfolge:

Johannes Brahms (1833 – 1897)
„Ein deutsches Requiem“ op. 45 (1868)
I. „Selig sind, die da Leid tragen“
II. „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“

Wolfgang Rihm (* 1952)
„Reading of the Scripts“ Four Pieces for Orchestra (2001/2002)
I. Piece No 1 (very slow)

Johannes Brahms
„Ein deutsches Requiem“ op. 45
III. „Herr, lehre doch mich“

Wolfgang Rihm
„Reading of the Scripts“
II. Piece No 2 (very slow)

Johannes Brahms
„Ein deutsches Requiem“ op. 45
IV. „Wie lieblich sind deine Wohnungen“
V. „Ihr habt nun Traurigkeit“

Wolfgang Rihm
„Reading of the Scripts“
III. Piece No 3 (calmly)

Johannes Brahms
„Ein deutsches Requiem“ op. 45
VI. „Denn wir haben hier keine bleibende Statt“

Wolfgang Rihm
„Reading of the Scripts“
IV. Piece No 4 (very calmly)
(„Consolation“)

Johannes Brahms
„Ein deutsches Requiem“ op. 45
VII. „Selig sind die Toten“

 

Sonderausgaben

Das Lesen der Schrift

Wolfgang Rihm: Das Lesen der Schrift

Studienpartitur
für Orchester , 17’
Besetzung: 2 1 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Hf(2), Org, Str

Uraufführung

Ort:
Berlin
Datum:
16.03.2002
Orchester:
Deutsches SO Berlin
Dirigent:
Kent Nagano

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