Wolfgang Rihm: Memoria

Wolfgang Rihm Memoria
Memoria

Wolfgang Rihm: Memoria

Kompositionsjahr:
1994/2004
Untertitel:
3 Requiem-Bruchstücke
Instrumentierung:
für Knabenstimme, Alt, Chor und Orchester
Komponist:
Wolfgang Rihm
Textdichter:
Nelly Sachs (23.11.2004)
Chor:
SATB
Solisten:
Alt, Knabenstimme
Instrumentierung:
2 1 1 1 - 2 3 3 1 - Pk, Schl(4), Hf, V(2)l, Va(3), Vc(2), Kb(7)
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
Oboe
Klarinette in A
Kontrafagott
1. Horn in F
2. Horn in F
1. Trompete in C
2. Trompete in C
3. Trompete in C
1. Posaune
2. Posaune
3. Posaune
Kontrabasstuba
Pauken
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
3. Schlagzeug
4. Schlagzeug
Harfe
1. Violine
2. Violine
1. Viola
2. Viola
3. Viola
1. Violoncello
2. Violoncello
1. Kontrabass
2. Kontrabass
3. Kontrabass
4. Kontrabass
5. Kontrabass
6. Kontrabass
7. Kontrabass
Dauer:
15’
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Hörbeispiele

Memoria
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Als die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas an Wolfgang Rihm mit der Bitte herantrat, ein Werk für die Einweihung des Holocaust-Mahnmals zu komponieren, hat der Komponist sofort zugesagt. Er hat sich entschlossen, ein Stück, das er zehn Jahre zuvor für das von der Internationalen Bachakademie Stuttgart initiierte „Requiem der Versöhnung“ schrieb, in das neue Werk zu integrieren.  Communio (Lux aeterna) für Alt, Knabenstimme, gemischten Chor und Orchester (6’) wurde der zweite Satz von Memoria, das er mit zwei Gedichten der Berliner Dichterin Nelly Sachs (sie konnte sich 1940 im letzten Moment durch die Flucht nach Schweden retten) umrahmte. Rihm entnahm die Texte - Szenen aus dem Spiel Nachtwache sowie Wer Ruft - dem Band Fahrt ins Staublose (1961).

Im Programmheft des Eröffnungskonzertes heißt es:

„Nelly Sachs’ komprimierte, rätselvolle Verse, in deren Worten die grausame Erfahrung mit Zeichen, Bildern, Symbolen verschmilzt, werden im ersten und dritten Stück gesungen – von einer Gemeinschaft und von einer Einzelnen. Das ist die Erfahrung des tiefen Leids: Was Millionen angetan wurde, trägt jeder auch für sich allein. Der Gesang bietet der Menschenwürde Zuflucht. Wo er stirbt, ist alles aus. Rihms Stücke sind vom Gesang aus komponiert. Die Orchesterparts folgen den Linien der menschlichen Stimmen, bereiten sie vor, begleiten sie, tragen sie, gewähren ihnen Raum und führen sie fort.“

Wolfgang Rihms Beitrag übte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck aus. Eleonore Büning schrieb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

„Nicht nur, weil ehrlicherweise das Ausgeliefertsein an die eigene Hilflosigkeit in dieser Musik, zumal in ihrem Herzstück und Mittelteil, so präzise artikuliert wird, findet Rihms Totenmesse sofort den Weg in Ohr und Gemüt des Hörers; auch weil sie weise umspringt mit der deutschen Kantatentradition und heimatlich Vertrautes (wie die von Klarinette, Oboe und Violine schön vorgetragenen Devisen) nicht denunziert, aber doch zu brechen weiß.“

Sonderausgaben

Memoria

Wolfgang Rihm: Memoria

Studienpartitur
für Knabenstimme, Alt, Chor und Orchester , 15’
Besetzung: 2 1 1 1 - 2 3 3 1 - Pk, Schl(4), Hf, V(2)l, Va(3), Vc(2), Kb(7)

Uraufführung

Ort:
Berlin
Datum:
09.05.2005
Orchester:
Junge Deutsche Philharmonie
Dirigent:
Lothar Zagrosek

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