Wolfgang Rihm: Musik für Klarinette und Orchester

Wolfgang Rihm Musik für Klarinette und Orchester
Musik für Klarinette und Orchester

Wolfgang Rihm: Musik für Klarinette und Orchester

Kompositionsjahr:
1999
Untertitel:
"Über die Linie" II
Instrumentierung:
für Klarinette und Orchester
Komponist:
Wolfgang Rihm
Solisten:
Klarinette in A
Instrumentierung:
2 1 0 1 - 2 0 0 0 - Schl(2), Hf, Cel, Str(12 10 8 6 4 od. 5)
Instrumentierungsdetails:
1. Flöte
2. Flöte
Englischhorn
Fagott
1. Horn in F
2. Horn in F
1. Schlagzeug
2. Schlagzeug
Celesta
Harfe
Violine I
Violine II
Viola
Violoncello
Kontrabass
Commission:
ein Kompositionsauftrag von music viva anlässlich des 50jährigen Bestehens des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks
Dauer:
37’
Widmung:
für Jörg Widmann
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Hörbeispiele

Musik für Klarinette und Orchester
00:00

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Werkeinführung

Fassen wir den Begriff Linie ganz im Musik-Sinn: dann wird er fast zum Synonym von Melodie. Das Ganze aber verdankt sich der ausgesponnenen Linie, dem nachgesungenen Horizont, der fortgesetzt bespielten Atemgrenze. Über die Linie geht der Versuch, über Linien überhaupt etwas herauszufinden. Strategisch gedacht wird aber Linie zur Grenze. Das muss ich wieder in die Musik einholen. Dann ist es die Grenze, die durch Überschreitung der materiellen Gegebenheiten (instrumentale Möglichkeiten, Physis) aber auch der ästhetischen Übereinkünfte (Zuviel, Zuwenig, Zu sehr, Zu ...) erfahrbar wird. Über die Linie I ist ein Werk für Solo-Violoncello. Virtuoseste Eskalation.

Über die Linie II nimmt die Virtuosität bis ins Unspielbare zurück. So, dass es kaum merkbar ist, wie unter einer Oberfläche von Schönheit und deren Masken bis an die Grenzen der Statik gegangen wird: des Spielers, der Form – des Atems vor allem. Dünnes Eis bildet auch einen Linienzug zwischen den Elementen. So können wir Musik auffassen: Aggregatzustand zwischen Kristall und Auflösung. In Form gebrachte Gegenstrebigkeiten. Diese Musik für Klarinette und Orchester ist auch der Versuch, mit dem hörbar gemachten Atem den ganzen Ablauf einer musikalischen Form immer wieder an seine Grenzen zu führen. Ohne die Handreichungen der eingeführten Hilfskonstruktionen für
'Entgrenzung' zu beanspruchen. Das war das Schwerste. Es war wirklich eine Schwerstarbeit. In einigen meiner Konzertwerke verfolge ich diese Spur einer ganz der Ladung eines Linienzuges folgenden Virtuosität (Bratschenkonzert, Gesungene Zeit für Violine und Orchester). So auch hier. Nichts wird abgefackelt. Aber alles glüht. So will und hoffe ich das natürlich. Erzwingen lässt sich nichts. Trotzdem: das Überschreiten derart zu verbergen, zu 'vergeheimnissen', birgt auch Zwang in sich. Wenn es gelingt, diesen Zwang im Spiel zu lösen, ihn aufgehen zu lassen in Gesang und Färbung ---Horizont --- Perspektive --- Licht --- Ich traue Jörg Widmann alles zu.

Wolfgang Rihm

Sonderausgaben

Musik für Klarinette und Orchester

Wolfgang Rihm: Musik für Klarinette und Orchester

Studienpartitur
für Klarinette und Orchester , 37’
Besetzung: 2 1 0 1 - 2 0 0 0 - Schl(2), Hf, Cel, Str(12 10 8 6 4 od. 5)

Uraufführung

Ort:
München
Datum:
12.11.1999
Orchester:
SO des Bayerischen Rundfunks
Dirigent:
Sylvain Cambreling

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