Zygmunt Krauze: The Star

Zygmunt Krauze The Star
The Star

Zygmunt Krauze: The Star

Kompositionsjahr:
1981
Untertitel:
Kammeroper
Komponist:
Zygmunt Krauze
Textdichter:
Helmut Kajzar
Übersetzer:
Peter Lachenmann
Rollen:
2 Soprane, 2 Mezzosoprane, 2 Alte
Instrumentierung:
Tsax, Trp, Schl(1), Akk, E-Git, Vl, Kb
Instrumentierungsdetails:
Tenor-Saxophon (auch Sopran-Melodika), Trompete (auch Alt-Melodika) - Schl(1) - Akkordeon, elektrische Gitarre - Violine, Kontrabass
Scenery:
1
Dauer:
50’
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Hörbeispiele

The Star
00:00

Werkeinführung

Der zeitgenössische polnische Autor Helmut Kajzar zeigt anhand eines Schauspielerschicksals die Verstrickung eines einzelnen Menschen in sich selbst und in seiner gesellschaftlichen Situation. Der Autor wählt das Bild der Schauspielerin, um eine allgemeine Erscheinung zu verdeutlichen: wir alle spielen Rollen, die uns von einem imaginären Besetzungsbüro außerhalb unserer selbst angeboten werden und verhindern damit unsere eigene Identität. In The Star stehen Kleider stellvertretend für Eigenschaften, die sich die Schauspielerin erträumt, die sie zur Königin, zur edlen Jungfrau werden lassen, jedoch gleichzeitig verhindern, dass sie sich selbst findet. Dieses „sich selbst nicht finden können“ führt zu einem Persönlichkeitsverfall und schließlich zum seelischen Tod. Das noch vorhandene körperliche Leben scheint zunächst eine Möglichkeit des Weiterexistierens zu ermöglichen. Aber selbst der Körper wird als Maske erlebt, durch die der seelische Verfall hindurch scheint. Auch die Möglichkeit Mutter zu werden, ein reales Kind zu gebären, kann vor diesem Seinshintergrund nicht mehr als Weg zur Erneuerung angenommen werden. Diese aufgelöste Existenz wird dargestellt durch verschiedene Rollen, die unverbundene Eigenleben führen.

Leo Habiger


Ich war nie an Oper interessiert. Es ist mein erstes Werk dieser Gattung. Es handelt von einer Frau, einer Schauspielerin. Ich liebe Frauen auf der Bühne, und ich finde, dass es nie genug davon geben kann. Die Welt der Schauspielerinnen scheint mir besonders interessant, geheimnisvoll und aufregend. Das Libretto präsentiert sich als Monolog und hat nicht die Absicht, die Situationen auf der Bühne zu präzisieren. Deshalb beschloss ich, dass mein Stück „Die Kleider“ einen ziemlich großen Anteil an Freiheit der Interpretation belassen soll. Ich wollte, dass diejenigen, die das Stück verwirklichen, speziell der Regisseur, ihre eigene, ihnen entsprechende, Form der Oper finden sollen. So ist die Partitur der „Kleider“ in vielen Details nicht genau fixiert; sie lässt Raum für verschiedene Möglichkeiten der Bühneninterpretation und auch der musikalischen Realisation. Ein Beispiel: Der Part der Haupt-Solistin ist in der Partitur angegeben, aber die restlichen fünf Rollen können frei auf Sängerinnen verteilt werden, je nach der Konzeption des Regisseurs.

Alle Vokalparts sind so komponiert, dass man sie zu den Situationen gebrauchen kann, die ich selber nur vermuten kann, das heißt, sie sind zu Bühnensituationen geschrieben, die der Regisseur erst selber herstellen muss. Nichtsdestoweniger war es für mich selbstverständlich, dass die Musik, die Vokalstimmen, die wesentlichen Fragmente des Librettos entwickelt, die dem Charakter der Personen entspricht.

Zygmunt Krauze

 

Texte aus dem Programmheft zur Uraufführung am Nationaltheater Mannheim 1982

Uraufführung

Ort:
Mannheim
Datum:
07.04.1982
Dirigent:
Donald Runnicles

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