17.08.17

Cerhas Spiegel am Lucerne Festival

Reading time: 2 min. Lucerne Festival Friedrich Cerha

„Beim letzten Wien Modern-Festival habe ich gelesen, dass es sich bei den Spiegeln um ein klassisches Stück handelt – wo ich doch nach den ersten Spiegel-Aufführungen so attackiert worden bin. Die Rezeption der Spiegel hat sich ja Gott sei Dank nach den ersten Aufführungen völlig geändert, sie wurden als intellektuelles Experiment, als Kopfmusik, bezeichnet. Das waren sie für mich überhaupt nicht, sie sind ja aus einem elementaren Ausdrucksbedürfnis gekommen, wobei ich eigentlich erst in den 80er-Jahren entdeckt habe, wie sehr ich mich mit diesem Werk von Kriegserlebnissen befreit habe.” (Friedrich Cerha)

Das Lucerne Festival feiert Friedrich Cerha mit einer konzertanten Aufführung von Spiegel I-VII. 1960/1961 komponiert und erst 1971 uraufgeführt, gilt der Zyklus weitgehend als ein Hauptwerk des Komponisten, eigentlich der österreichischen Musik nach dem 2. Weltkrieg.

„Die Stücke sind rein musikalisch erfunden”, so der Komponist. „Es ist aber wahrscheinlich, dass jene Phänomene, die mich am stärksten bewegen und zu ständiger Auseinandersetzung zwingen … unbewusst meine Klangvorstellungen gespeist haben. Daher die Wahl des Titels. Vielleicht hätte man vor 100 Jahren den Sätzen meiner Spiegel Namen gegeben: Nebel, Sonne, Wind und Meer, Schreie, Wüste, Angst … In bewussten Bereichen blieben Vorstellungen und kompositorisches Vorgehen von diesen Phänomenen unberührt.

Matthias Pintscher dirigiert Spiegel I-VII am 28. August mit dem Orchester der Lucerne Festival Academy. Am 4. September bringt Pintscher den Zyklus an die Elbphilharmonie Hamburg.

Wir haben mit Friedrich Cerha über seine Musik gesprochen:

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