Egon Wellesz: Konzert

  • für Klavier und Orchester
  • Dauer: 20’
  • Solisten:
    Klavier
  • Instrumentierungsdetails:
    2 2 2 2 - 4 2 1 0 - Str
  • Komponist: Egon Wellesz

Werkeinführung

In seinem 20-minütigen Klavierkonzert erweist sich der Schönberg-Schüler Egon Wellesz als ein hervorragender Kenner der Musikgeschichte, der in diesem Werk eine Art Pastiche vorgelegt hat. Der motorische erste Satz ist neoklassizistisch, mit Anklängen an Bach (wobei ein quasi-Zitat stark an das d-Moll Klavierkonzert erinnert). Der zweite Satz ruft etwa Rachmaninov in Erinnerung; das Seitenthema hat einen ausgeprägten russischen Charakter à la Mussorgsky. Der dritte Satz ist am wechselvollsten: die Musik wandelt von Beethoven über Liszt bis hin zu Weill in einem phantastischen Panorama.

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Pressestimmen

Ein Klavierkonzert von Wellesz

Im Wiener Radio kam am 15. Juni ein neues Klavierkonzert von Egon Wellesz zur Uraufführung; der umsichtige Dirigent war Anton Konrath, Solist Walter Frey. Wenn das Werk auch nicht besonders für den Rundfunk geschrieben worden ist, so eignet es sich für diesen doch ganz außerordentlich. Es ist fein und durchsichtig instrumentiert und hat so klare Formen, wie es die Fernwiedergabe verlangt. Das Solo-Instrument bekommt dankbare Aufgaben, die allerdings technisches Können und geistiges Verständnis voraussetzen – so recht ein Fall für den ausgezeichneten Schweizer Interpreten so mancher Werke der zeitgenössischen Musik. Man hat es hier nicht mit einer Symphonie oder Suite zu tun, in deren Orchester auch ein Klavier verwendet und gelegentlich solistisch bevorzugt wird: Das Klavierkonzert von Wellesz ist ein richtiges Konzert, der Part tritt hervor und lebt sich in Toccaten-Sätzen aus. Ungemein schwungvoll der rhythmisch prägnante erste Satz, stimmungsreich der zweite, langsam – der dritte, letzte, scheint die Wiener Tradition des Finales wieder aufzunehmen. Das Ganze wird wohl in einer besonders glücklichen Epoche des Komponisten geschrieben sein, der zu unseren interessantesten gehört (und über den diese Zeitschrift in ihrem nächsten Heft eine größere Studie veröffentlichen wird). Sein Klavierkonzert ist eine Aufgabe für die Sender, aber es wird auch in großen und kleineren Sälen gut klingen.

(P. Stf., Anbruch, XVI. Jahrgang, Heft 6, Juni 1934)

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