COVID-19 Update

Trotz der durch das Corona-Virus verursachten Probleme stehen Ihnen unser Webshop und die Kontaktformulare unserer Website voll zur Verfügung. Sie können Ihre Anfragen auch gerne an customer-relations@universaledition.com richten. Wir bitten Sie um Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Anfragen wegen der bestehenden Beschränkungen länger dauern sollte. Ihr Team der Universal Edition

Ernst Krenek: 3. Symphonie

  • für Orchester
  • Dauer: 35’
  • Instrumentierungsdetails:
    2 2 2 3 - 2 1 0 0 - Pk - Str
  • Komponist: Ernst Krenek

Werkeinführung

Nachdem Ernst Krenek seinem Lehrer Franz Schreker 1920 nach Berlin gefolgt war, komponierte er, ohne das Studium je zu beenden, hinter dessen Rücken eine „unheimliche Menge“ Musik, wie er sich erinnerte. 1921 entstand seine monumentale 2. Symphonie, die ganz im Zeichen des Expressionismus steht. Nur wenige Monate danach schrieb er seine 3 Symphonie  – nur dreisätzig und auch nur für ein relativ kleines Orchester. Theodor W. Adorno nannte sie „ein kammermusikalisches Nachspiel“ zu ihrer Vorgängerin, und John K. Stewart erschien sie in ihrer direkten Nachfolge der Zweiten in etwa so, als hätte Dostojewski „nach dem Kampf mit den Brüdern Karamasow ein bisschen joie d'esprit nach Cocteaus Manier“ steigen lassen wollen. Und obwohl Krenek die Musik der „Groupe des Six“ zu dieser Zeit noch nicht kannte, steht die Symphonie deren Geist recht nahe, wenn sie z.B. mit Passagen aufwartet, die Melodie und Tonalität auf ironische Weise nur suggerieren, aber die gesetzten Erwartungen nicht einlösen.

Hermann Scherchen, der die Uraufführung der 3. Symphonie im Jahr 1924 leitete, liebte dieses Werk ganz besonders: „Die Sinfonie ist ein hinreißendes Werk, von einer sprühenden Leichtigkeit und voll konzentriertester Bewegung. Sie ist streckenweise so entspannt, dass sie mir immer wieder als das bisher beste Werk von Krenek erscheinen will.“ Der Komponist selbst dagegen konnte sich später angeblich an die Komposition gar nicht mehr erinnern. Und in seinem Buch Im Atem der Zeit – Erinnerungen an die Moderne schreibt er sogar, dass sie ihm, als er sie in Frankfurt hörte, nicht einmal besonders gefallen habe. Womöglich erschien sie ihm im Vergleich zu den ersten beiden Symphonien und zum 1. Streichquartett, die Adorno in seinem Rundfunkvortrag über den Komponisten als „offene Rebellion“, als „Anarchie in der Musik“ bezeichnete, etwas harmlos geraten. Entschloss er sich darum dazu, daraufhin die autobiographische Oper Der Sprung über den Schatten, deren Libretto er selbst verfasste, zu komponieren? Sie kennt zumindest wieder jenen Ruch von Exzentrik, von dem die 3. Symphonie verschont blieb.

Sebastian Urmoneit

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Datum:
30.11.1923
Dirigent:
Hermann Scherchen

Zuletzt angesehene Werke

Keine zuvor angesehenen Werke