Ernst Krenek: Das geheime Königreich

  • Märchenoper in 1 Akt (1926-1927)
  • Dauer: 55’
  • Instrumentierungsdetails:
    2 2 2 2 - 1 1 1 0 - Pk, Schl, Str - auf der Bühne: Schl, Banjo oder Mandoline
  • Chor: SATB
  • Rollen: Der König, Bariton Die Königin, Koloratursopran Der Narr, Bariton Der Rebell, Tenor Die drei singenden Damen: Sopran, Mezzosopran, Alt Erster Revolutionär, Tenorbuffo Zweiter Revolutionär, Baßbuffo Ein Wächter, Tenor
  • Komponist: Ernst Krenek
  • Librettist: Ernst Krenek
  • Anmerkungen: Studienpartitur erhältlich bei Musikproduktion Höflich: www.musikmph.de

Werkeinführung

Ernst Kreneks Das geheime Königreich ist eine Märchenoper, die lose durch William Shakespeare und Johann Wolfgang Goethe inspiriert ist. Krenek komponierte das Werk zwischen Dezember 1926 und Februar 1927, gleich im Anschluss an seinen Diktator. Zu der Zeit hatte er sich als Assistent von Paul Bekker am Theater in Kassel niedergelassen. Das geheime Königreich bildet zusammen mit Der Diktator und Schwergewicht eine Trilogie, die, wenn auch nicht ursprünglich von Krenek so intendiert, gerne zusammen aufgeführt wird. Die Märchenoper stellt so etwas wie das lyrische Gegenstück zu diesen beiden dar. Sie ist eher kammermusikalisch instrumentiert und durchzogen von impressionistischen, teils romantischen Andeutungen. Auch verschiedene Tanzformen, vom höfischen Menuett bis zum zeitgenössischen Tango, kommen in ihr vor.

Die Oper in zwei Bildern, die Krenek als „ein Märchen, welches das einfache Leben verherrlicht“ beschrieb, spielt in einem unbekannten Märchenreich. Ihr liegt die Geschichte eines schwachen Königs zugrunde, der die in seinem Kronreif innenwohnende Macht über seine Untertanen gegen eine in seinem Land tobende Rebellion nicht zu nutzen weiß. Die Königin ist seiner überdrüssig und verguckt sich in einen gefangenen Rebellenführer. Außerdem will sie den Kronreif für sich haben. Nachdem sie den geliebten Rebellen befreit hat, führt dieser stattdessen seine Kameraden zum Sieg gegen den König. Das Königspaar muss fliehen, der gestürzte Herrscher verkleidet im Narrengewand. Nachdem der Rebell die Königin im Wald aufspürt und ihr den Kronreif abnehmen will, versucht sie ihn zu verführen und wird dafür in einen Baum verwandelt. Der König wiederum wird von zwei betrunkenen Revolutionären nicht als dieser erkannt und daher verschont. Als er sich aus Verzweiflung an just dem Baum, in den seine Königin verwandelt wurde, aufhängen will, spricht dieser zu ihm und er beschließt, im schönen, stillen Wald – seinem wahren Königreich – zu bleiben.

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Pressestimmen

Mit dem gleichen Instinkt für die Forderung des modernen Theaters und des modernen Publikums, der sich schon in Kreneks „Jonny” bekundet und der dieses Stück zum größten Opernerfolg unserer Zeit werden lieg, sind auch diese drei Einakter gearbeitet. (Leipziger Neueste Nachrichten, A. Aber)

… ein ungemein reizvolles Triptychon … zweifellos genial gemacht. (Deutsche Allgemeine Zeitung, W. Schrenk)

Krenek hat sich neuerdings als einer der stärksten Komponisten der jungen Generation erwiesen. (Berliner Börsen-Zeitung)

… verblüffend starke Musik … die das Problem der neuen Oper fast überraschend löst … Alle drei Werke sind von reifster Klarheit der Form und des Ausdrucks. Die Aufnahme durch das Publikum steigerte sich von Werk zu Werk. (Berliner Montagspost)

… echtes Genie schlechthin. (Hamburger 8 Uhr-Blatt)

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