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Franz Schreker: Irrelohe

  • Oper in 3 Aufzügen (1919-1922)
  • 3 3 4 3 - 6 4 3 1 - Pk(2–3), Schl(9), Hf(2), Cel, Cemb, Git, Mand, Str(16 14 12 10 8) - Bühnenmusik: Picc(2), Kl(2), Hr(6(3)), Trp(3), Schl(5), Org
  • Dauer: 165’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte (+Picc)
    2. Flöte (+Picc)
    3. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    Englischhorn (+3. Ob)
    1. Klarinette in A (+Kl(B))
    2. Klarinette in A (+Kl(B))
    3. Klarinette in A (+Kl(B)
    Kl(Es))
    Bassklarinette in B (+BaHn in F)
    1. Fagott
    2. Fagott
    Kontrafagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    5. Horn in F
    6. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    4. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Basstuba
    1. Pauken
    2. Pauken
    3 hohe Kesselpauken
    Schlagzeug(9): große und kleine Trommel, Rührtrommel, Becken, Triangel, Xyl, Glsp, Tamburin, Schellen, Kastagnetten, antike Cimbeln, 3 Ambosse, 2 Tam-Tams, hohe und tiefe Glocken
    1. Harfe
    2. Harfe
    Cembalo
    Celesta
    Gitarren
    Mandolinen
    Violine I(16)
    Violine II(14)
    Viola(12)
    Violoncello(10)
    Kontrabass(8) - Bühnenmusik: 1. kleine Flöte
    2. kleine Flöte
    1. Klarinette in A (+Kl(B))
    2. Klarinette in A (+Kl(B))
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    5. Horn in F
    6. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    Schlagzeug(4)
    Glocken
    Orgel
  • Chor: SATB
  • Rollen: Graf Heinrich, Tenor Der Förster, Bass Eva, Sopran Die alte Lola, Alt Peter, Bariton Christobald, Tenor Der Pfarrer, Bassbariton Der Müller, Bass Fünkchen, Tenor Strahlbusch, Bariton Ratzekahl, Bass Anselmus, Bassbariton Ein Lakai, Tenor Die Mutter des Grafen / dessen Schwester / der Bürgermeister / der Lehrer / der Schreiber / ein Mädchen / Bauern / Volk aller Art / Lakaien / junge Mädchen / Burschen / Kinder.
  • Komponist: Franz Schreker
  • Librettist: Franz Schreker
  • Widmung: Meiner lieben Frau Maria zugeeignet

Werkeinführung

Man könnte Irrelohe, Schrekers fünfte Oper, beinah als Summe seiner bisherigen Opernprojekte bezeichnen. Hier gelangt Schrekers musikdramatischer Stil noch einmal zu vollkommener Ausprägung, was den Klang, die orchestrale Disposition der Musik betrifft. Die Klangwelten, aus mehreren, auch dissonanten Akkordschichten aufgebaut, verschwimmen ineinander, die Zunahme kontrapunktischer Mittel steigt, das Orchester wird durch Verzicht auf individuelle Instrumente mehr als homogener Klangkörper behandelt. Eine exzessiv angewandte Chromatik, wird ebenso forciert wie eine Bi- und Polytonalität, was für das große Tableau im III. Akt, der eine gewaltige Steigerung vom Dialog Peter/Eva zum Brudermord und Brand von Irrelohe nimmt, besonders gilt. Die Oper fand nach der Uraufführung keinen festen Platz im Repertoire und geriet nach wenigen Aufführungen bereits gegen Ende der 1920er Jahre in Vergessenheit. Wiederentdeckt wurde sie erst 1985 durch die Oper Bielefeld. Es folgten die Wiener Volksoper (2004), die Oper Bonn (2010) und das Pfalztheater Kaiserlautern (2015).

Die Handlung von Irrelohe, deren Libretto Schreker selber schuf, spielt im 18. Jahrhundert auf dem Schloss und in dem Dorf Irrelohe, einem imaginärem Ort, zu dessen Namen Schreker auf der Durchfahrt durch den Bahnhof Irrenlohe inspiriert wurde. Erzählt wird die Geschichte der Halbrüder Peter und Heinrich, die um dieselbe Frau, Eva, kämpfen. Peter ist der uneheliche Sohn der Schankwirtin Lola, die ihm aber den Namen seines Vaters verschweigt. Die fesche Lola ist vor 30 Jahren vom Grafen Irrelohe auf dessen Hochzeitsfest vergewaltigt worden. Auf dem Geschlecht der Grafen von Irrelohe scheint ein Fluch zu liegen. Eine wilde Sinnlichkeit macht diese in Anfällen zu Tieren. Peter erfährt die Geschichte vom Hochzeitsspieler Christobald, der seine Braut Lola nicht vor der Vergewaltigung retten konnte und immer noch auf Rache sinnt. Mit seinen Musikanten legt er überall Feuer, auch das verhasste Schloss Irrelohe muss brennen. Eva, eine schwesterliche Freundin von Peter, hat sich in den unglücklichen Grafen Heinrich verliebt. Sie glaubt, ihn durch ihre reine Liebe vom Fluch erlösen zu können. Peter ist rasend vor Eifersucht. Das ganze Dorf feiert bei Lola die Hochzeit. Peter reißt Heinrich und Eva beim Brauttanz auseinander und fordert Eva für sich. Heinrich tötet den Irrsinnigen. Das Schloss Irrelohe steht in Flammen, angezündet von Christobald. Heinrich ist außer sich, dass er unwissentlich seinen Bruder erschlagen hat. Aber Eva richtet ihn wieder auf, denn durch ihre Liebe ist der dämonische Fluch von Irrelohe gebannt. Heinrich ist erlöst, die irre Lohe ist gelöscht. Heinrich und Eva begrüßen den neuen Tag.


Ich fuhr – es ist noch nicht lange her – von Dresden nach Nürnberg. Meine Gedanken – ich hatte eben die Partitur des Schatzgräbers vollendet – weilten sehnsüchtig bei neuen dichterischen Plänen. Der Zug hielt. Da schien es mir, als riefe der Schaffner den Namen Irrelohe. Ganz deutlich. Und ich blickte hinaus und buchstabierte wahrhaftig am Stationsgebäude den Namen einer Ortschaft Irrelohe. Da war es mir klar, daß dieser Name, über dessen möglicherweise höchst prosaische Entstehung ich nicht weiter nachfragen wollte, den Keim einer Dichtung in sich trage. Und so war es. Die Oper, an der ich eben arbeite, trägt ihn; das Buch war in drei Tagen vollendet. Irrelohe – Flammen aus einem Wahn!

Franz Schreker, Musikblätter des Anbruch, 2. Jahrgang, Nummer 16; 2. Oktober-Heft 1920

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Stadttheater, Köln (DE)
Datum:
27.03.1924
Dirigent:
Otto Klemperer

Pressestimmen

Man könnte sich schwindlig hören an diesen Klängen: opalisierend, ineinander rinnend, verführerisch ... (Gerhard Persché, Süddeutsche Zeitung)

Leuchtendes Klangtheater... Die Musik ist von komplexer, dissonanzenreicher, kühner Harmonik und einer eigenen "Grammatik" zwischen Expressionismus und Moderne. (Heinz Rögl, Salzburger Nachrichten)

Endlich Schreker! Endlich "Irrelohe" ... ist ein wild lodernder Abgesang auf den Expressionismus, der zugleich die Türen zum Neuland weit aufreißt. (Edwin Baumgartner, Wiener Zeitung)

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