Georg Friedrich Haas: „... Schatten ... durch unausdenkliche Wälder“

  • für 2 Klaviere und 2 Schlagzeuger
  • Dauer: 24’
  • Instrumentierungsdetails:
    Schlagzeug 1: Marimbaphon, Vibraphon, Glockenspiel, Crotales, Tempelblock, Becken, große Trommel, Tenortrommel, 2 Tomtoms
    Schlagzeug 2: Marimbaphon, Vibraphon, Glockenspiel, Woodblock, große Trommel, kleine Trommel, Tom-Tom, Gongs, Tamtam, Becken
  • Komponist: Georg Friedrich Haas
  • Inhaltsverzeichnis:
    Schichtung, Schwingung, Abbruch
    In memoriam Richard H. Stern
    "... indem ich die unsichtbare Protagonistin vor den Vorhang hole..." (für Gösta Neuwirth)

Werkeinführung

I. Schichtung, Schwingung, Abbruch

II. In memoriam Richard H. Stein

III. "...indem ich die unsichtbare Protagonistin vor den Vorhang hole..."

(für Gösta Neuwirth)

Der Titel der dreisätzigen Komposition ... Schatten...durch unausdenkliche Wälder... ist dem Prosatext Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares von Fernando Pessoa in der Übersetzung von Georg Rudolf Lind entnommen.

Allen drei Sätzen liegt die selbe Zeitstruktur zugrunde, die in ihrer konkreten Ausformung jedoch auf die speziellen Erfordernisse der unterschiedlichen Gesamtdauern (jeder Satz dauert etwa halb so lange wie der vorangegangene) reagiert.

Das Material von Schichtung, Schwingung, Abbruch wird durch Sinusfunktionen bestimmt, die auf unterschiedliche Art in die Notenschrift übertragen werden: als transversale Schwingungen (die Tonhöhen folgen dem Verlauf von Sinuskurven), als longitudinale Schwingungen (Verlangsamungen bzw. Beschleunigungen werden durch Sinuskurven gesteuert), sowie durch Kombinationstechniken dieser beiden Verfahren. Die derart definierten Gestalten werden übereinandergelagert, gedämpft, ineinandergeschichtet, abgebrochen, auf einen Punkt hin konzentriert - dabei bilden sich aus der Wiederholung der Abbruchprozesse wiederum übergeordnete Pulsationen, vergleichbar dem akustischen Phänomen der erzwungenen Schwingung.

Unter Verwendung der ersten acht Takten des Klavierstückes op. 22 Nr. 3 von Richard H. Stein (geboren 1882 in Halle an der Saale, gestorben 1942 in der Emigration in S. Brigida auf den Kanarischen Inseln) ist der zweite Satz gestaltet.

Der dritte Satz ist Gösta Neuwirth gewidmet, der Titel ist ein Zitat aus Neuwirths Text zu Clouds for Claude aus dem Klavierzyklus Piss-Pott or a pot of pieces.

Georg Friedrich Haas

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Salzburg (AT)
Datum:
12.12.1992
Orchester:
Austrian Art Ensemble

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