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Alban Berg: Lulu

  • Oper in 2 Akten (1927-1935)
  • mit „Variationen und Adagio‘
  • 3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(6), Hf, Klav, Asax, Str, Bühnenmusik: 2 Kl, Asax, Tsax, 4 Jazztrp, 2 Jazzpos, Sousaphon, Jazzschl, Klav, Bj, 3 Vl, Kb
  • Dauer: 120’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte (+Picc)
    2. Flöte (+Picc)
    3. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    3. Oboe (+Eh)
    1. Klarinette in B (+Kl(Es))
    2. Klarinette in B (+Kl(Es))
    3. Klarinette in B
    Bassklarinette in B
    Altsaxophon in Es
    1. Fagott
    2. Fagott
    3. Fagott (+Kfg)
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken
    Schlagzeug (6 Spieler)
    Harfe
    Klavier
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Bühnenmusik: 1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    Altsaxophon in Es
    Tenorsaxophon in B
    1. Jazztrompete in C
    1. Jazztrompete in B
    2. Jazztrompete in C
    2. Jazztrompete in B
    1. Jazzposaune
    2. Jazzposaune
    Sousaphon
    Jazz-Schlagzeug
    Banjo
    Klavier
    1., 2., 3. Violine (mit Jazz-Trichter)
    Kontrabass
  • Rollen: Lulu / hoher Sopran; Gräfin Geschwitz (II. Akt) / dramatischer Mezzosopran; Eine Theater-Garderobiere (I. Akt) Ein Gymnasiast [Hosenrolle] (II. Akt) / Alt; Der Medizinalrat [Sprechrolle] (I. Akt) / hoher Bass; Der Maler (I. Akt) / lyrischer Tenor; Dr. Schön, Chefredakteur / Heldenbariton; Alwa, Dr. Schön's Sohn, Komponist / jugendlicher Heldentenor; Schigolch, ein Greis / hoher Charakterbass; Ein Tierbändiger (Prolog), Ein Athlet (II. Akt) / Heldenbass mit Buffo-Einschlag; Der Prinz ['ein Afrikareisender'] (I. Akt), Der Kammerdiener (II. Akt) / Tenor-Buffo Der Theaterdirektor (I. Akt) / Bass-Buffo (tief); Ein Clown [stumme Rolle] (Prolog); Ein Bühnenarbeiter [stumme Rolle] (Prolog)
  • Komponist: Alban Berg
  • Librettist: Alban Berg
  • Dichter d. Textvorlage: Frank Wedekind
  • Klavierauszug: Erwin Stein
  • Herausgeber: Hans Erich ApostelRudolf Stephan
  • Original-Sprache: Deutsch
  • Übersetzer: Arthur Jacobs
  • Widmung: Arnold Schönberg zum 60. Geburtstag

Werkeinführung

Alban Berg hinterließ seine Oper Lulu unvollendet. Sein früher Tod am 24. Dezember 1935 verhinderte die vollständige Instrumentation des 3. Aktes, der nur als Particell vorliegt. Von den 1300 Takten dieses Particells, das den 3. Akt in seiner Gesamtheit umfasst, liegen 416 Takte in Bergs eigener Instrumentation vor, im großen Rest finden sich Instrumentationshinweise, und bei 88 Takten herrscht eine gewisse Unsicherheit bezüglich des Notentexts.

Noch ein Jahr vor seinem Tod fertigte Berg seine Symphonischen Stücke aus der Oper Lulu an, die Lulu-Suite, um der gespannt wartenden Musikwelt einen Begriff von der neuen Schöpfung zu geben.

Nach langem und gründlichem Studium des gesamten relevanten überlieferten Materials und einem ebensolchen Abwägen von damit verbundenen positiven und negativen Aspekten entschloss sich Friedrich Cerha, eine spielbare Fassung des 3. Akts herzustellen. Seine Arbeit erstreckte sich über die Jahre 1962–1974, und sie wurde nach dem Tod von Helene Berg infolge der Zugänglichkeit weiterer Quellen 1976–1977 und 1981 nochmals einer Revision unterzogen.

Da ein Vergleich von Particell und Partitur der ersten beiden Akte und der instrumentierten Teile des 3. Akts zeigt, dass es keinerlei gravierenden Abweichungen gibt, sah Cerha keinen Grund, sich nicht an den im Particell festgeschriebenen Verlauf der Komposition zu halten.

Die posthume Uraufführung der ersten beiden Akte der Oper fand am 2. Juni 1937 in Zürich statt. Zur ersten integralen Aufführung der gesamten Oper kam es am 24. Februar 1979 in Paris. Der von Friedrich Cerha hergestellte 3. Akt ermöglichte es fortan, zwischen einer zwei- und dreiaktigen Fassung zu wählen.

3. Akt – flexible Gestaltung

Mit der Aufführung am 15. Oktober 2010 in Kopenhagen wurde diesen beiden Fassungen eine weitere hinzugefügt. Eberhard Kloke (*1948) entwickelte für den 3. Akt eine Art „Modulsystem”, das es den Aufführenden erlaubt, Szenen und dramaturgische Abläufe freier zu gestalten, in der Absicht, den 3. Akt zeitlich zu straffen. Eberhard Klokes Neufassung des 3. Aktes will zu einer Öffnung des Werkes führen. Das Particell betrachtet Kloke dabei nicht als verbindliche Autorität, was den horizontalen Ablauf betrifft. Im Verlaufe des Quellenstudiums und der nachfolgenden Editionsarbeit hat Kloke zum Teil eigenständige Lösungen gefunden. So werden an mehreren Stellen Ossia-Varianten und Optionen zur Kürzung von Passagen durch Vide-Sprünge angeboten, auf Grundlage derer man eigene Lösungen finden kann.

Eine Prämisse der Fassung von Kloke war, alle von Berg fertig instrumentierten Teile bestehen zu lassen und sie als Fundament des 3. Aktes einzusetzen. Durch das Einfügen neuer und alter Teile aus dem 1. und 2. Akt und von Teilen der von Berg zeitlich nach dem Particell erstellten Symphonischen Stücke – die ja bereits eine Art Weiterentwicklung von Materialien aus dem 3. Akt darstellen – sollte Kohärenz gestiftet und die formalen Bezüge der Akte untereinander unterstrichen werden.

Eberhard Kloke griff aber auch direkt auf Cerhas Fassung zurück, da alternative Lösungen aus dem bestehenden Quellenmaterial nicht sinnvoll erschienen.

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Kommende Aufführungen

Uraufführung

Ort:
Stadttheater Zürich, Zürich (CH)
Datum:
02.06.1937

Zuletzt angesehene Werke

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