Karlheinz Stockhausen: Klavierstücke 1–4

  • für Klavier
  • Dauer: 8’
  • Instrumentierungsdetails:
    Klavier
  • Komponist: Karlheinz Stockhausen
  • Inhaltsverzeichnis:
    Klavierstück I–IV
  • Widmung: für Marcelle Mercenier

Werkeinführung

In den Klavierstücken 1–4 – entstanden 1952/53, bei den Darmstädter Ferienkursen 1954 von Marcelle Mercenier uraufgeführt und vom Publikum in ein selten intensives Pfeifkonzert übergeleitet – zeigt sich bereits ein Übergang von „punktuellen“ Strukturen (Stück 4) zu komplexen höher organisierten Gestalten (Stück 1); mit ihnen beginnt die sogenannte „Gruppen-Komposition“. Ausserdem wird in diesen Stücken die Stille (‚Pause’) in vielen Spielarten in die Komposition einbezogen.

Auf einem der vielen Wege zu dieser Musik möge man einmal besonders darauf achten, wann und wie Pausen komponiert sind, wie verschieden lang und wie verschieden still man sie empfindet – je nach dem, ob laute oder leise Klänge, ob dichte oder lockere Tongruppen vor und nach der Pause zu hören sind. Denn das haben wir in der Sprache unserer bisherigen Musik noch nicht gelernt: im rechten Augenblick zu schweigen, und in der plötzlichen oder allmählich eintretenden oder gestörten oder abreißenden Stille ebenso Vielfältiges zu erleben, wie in Klängen. Wer das spürt, auch nur schon ahnt, der erlebt diese Musik tiefer, als er denkt.

Karlheinz Stockhausen

Aus: TEXTE zur Musik Band 2

 

Hörbeispiele

Uraufführung

Ort:
Darmstadt (DE)
Datum:
21.08.1954
Hauptsolisten:
Marcelle Mercenier

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