Karol Szymanowski: 6 Lieder der Märchenprinzessin

(Bearbeiter: Szymanowski, Oramo)

  • für hohe Singstimme und Orchester
  • 2 1 2 1 - 2 2 0 0 - Schl, Klav, Str
  • Dauer: 15’
  • Solisten:
    Sopran
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte (+Picc)
    Oboe
    1. Klarinette in B (+Kl(A)
    Kl(Es))
    2. Klarinette in B (+Kl(A))
    Fagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    Schlagzeug
    Klavier
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Komponist: Karol Szymanowski
  • Bearbeiter: Karol SzymanowskiSakari Oramo
  • Textdichter: Zofia Szymanowska
  • Übersetzer: Jan Sliwinski-Effenberger
  • Widmung: à ma soeur Sophie

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Werkeinführung

In der Zeit, als die Sechs Lieder der Märchenprinzessin entstanden, begann für Karol Szymanowski eine besonders fruchtbare schöpferische Phase. Da er erkrankt war, wurde er nicht in den Militärdienst eingezogen und verbrachte die Zeit des Ersten Weltkrieges auf dem Landgut seiner Familie. Es war ihm also möglich, sich zurückzuziehen und von den politischen Geschehnissen abzuschotten. Diese Periode war mit Beginn der Russischen Revolution 1917 beendet. Den Liedern der Märchenprinzessin vorangegangen war eine Reise durch Nordafrika 1914. Trotz umfangreicher Notizen über die arabische Kultur, setzte sich Szymanowski nicht wissenschaftlich, theoretisch mit der Musik des Orients auseinander, sondern integrierte seine neuen, persönlichen Hörerfahrungen und stilisierte diese. Die Phase des orientalischen Einflusses begann bereits mit Des Hafis Liebeslieder 1914, nach übersetzten Texten Persischer Dichter.

1915 entstanden die schillernden, farbigen Lieder aus der Welt der Märchenprinzessin, basierend auf einer Gedichtreihe seiner Schwester Zofia. Ausdruck findet diese märchenhafte, exotische Welt unter anderem durch den lyrischen Koloratursopran, durch viele Trillerpassagen oder schnelle Läufe.  Die Prinzessin selbst bleibt geheimnisvoll undefiniert, einzig die Liebe ist ihr wiederkehrendes Thema.

Karol Szymanowski schaffte sich in der Zeit des Krieges durch diese phantastischen inneren Traumwelten eine Rückzugsmöglichkeit. Das Liedschaffen an sich blieb Zeit seines Lebens ein Thema für den Komponisten. 1933 bearbeitete er drei der insgesamt sechs Lieder für Stimme und Orchester. Die noch ausständigen drei Lieder III, V, VI hat Sakari Oramo 2012 orchestriert und zur Uraufführung gebracht.

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Philharmonie, Berlin (DE)
Datum:
15.04.2012
Orchester:
Deutsches SO Berlin
Dirigent:
Sakari Oramo
Hauptsolisten:
Anu Komsi, S

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