Georg Friedrich Haas: „In iij. Noct.“

Georg Friedrich Haas „In iij. Noct.“
„In iij. Noct.“

Georg Friedrich Haas: „In iij. Noct.“

Kompositionsjahr:
2001
Untertitel:
3. Streichquartett
Instrumentierung:
für Streichquartett
Komponist:
Georg Friedrich Haas
Instrumentierungsdetails:
2 Violinen, Bratsche, Violoncello
Inhaltsverzeichnis:
„In iij. Noct.“ - 3. Streichquartett
Commission:
Auftragswerk der Klangspuren Schwaz
Anmerkungen:
Das Stück wird in völliger Dunkelheit aufgeführt, die MusikerInnen spielen auswendig. Die Spielpartitur enthält Noten und ausführliche Anweisungen.
Dauer:
50’
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Hörbeispiele

„In iij. Noct.“
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Werkeinführung

In seinem 3. Streichquartett („In iij Noct.“) setzt Georg Friedrich Haas seine in den Kompositionen Adolf Wölfli und in vain begonnene Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Musizierens im Dunkeln fort. Dunkelheit wird hier aber nicht als vorübergehende Abwesenheit von Licht eingesetzt, sondern sie wird zum eigentlichen Thema des Werks: das gesamte Stück wird in völliger Finsternis gespielt, die MusikerInnen können weder ihre Noten noch ihre Mitspieler sehen, sie sitzen in größtmöglicher räumlicher Entfernung voneinander – z. B. um das Publikum herum in den vier Ecken des Aufführungsaales.

Gegen Ende des 3. Streichquartetts erklingt ein Gesualdo-Zitat, dem auch der Titel des Werks entnommen ist (aus den Responsorien: Feria V, Resp.VII).

Das 3. Streichquartett ist als Verbalpartitur komponiert, viele Details und Entscheidungen sind den InterpretInnen überlassen, die sich ausschließlich durch den Klang ihrer Musikinstrumente miteinander verständigen, sich gegenseitig zur Gestaltung bestimmter musikalischer Prozesse einladen, diese Einladungen dann entweder annehmen oder aber selbst wiederum zur Gestaltung eines anderen Prozesses einladen - und dabei immer selbst entscheiden, wie weit sie einen gemeinsamen Weg miteinander gehen wollen, bevor sie sich wieder zurückziehen.

Die Dauer des Stückes entscheidet sich erst während der Aufführung: Das Minimum beträgt 35 Minuten – es kann aber alles auch wesentlich länger andauern.


Die Nacht, die Dunkelheit (wie auch das farbenprächtige Licht) sind zentrale Begriffe in der Welt von Georg Friedrich Haas. Nacht ist der Titel seiner Hölderlin-Oper, ein Abschnitt seiner Oper Die schöne Wunde ist im Dunkeln zu spielen, wie auch das gesamte 3. Streichquartett „In iij. Noct.”.

Der Titel ist Carlo Gesualdos „Responsoria sanctae spectantia et alia ad officium hebdomadae” entnommen, aus dem ein Zitat gegen Ende des Stücks erklingt. In der Partitur, die aus Anweisungen besteht, heißt es: „Grundsätzlich ist innerhalb der verbal angegebenen Rahmenbedingungen eine größtmögliche Vielfalt und Unterschiedlichkeit anzustreben. Die Tonhöhen sollen variieren, eine an Webern orientierte Melodik sollte dabei immer wieder durchschimmern.” Dies ist auch typisch für Haas: viele seine Werke nehmen Bezug auf herausragende Figuren der Musikgeschichte, insbesondere Mozart, Beethoven und Schubert. Einzigartig in seinem Oeuvre ist die Freiheit, die er im 3. Streichquartett den Aufführenden in der musikalischen Gestaltung und im formalen Ablauf einräumt. Deshalb ist auch die Dauer variabel: sie soll mindestens 35 Minuten betragen, kann aber auch wesentlich länger sein.

Bálint Varga

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Sonderausgaben

„In iij. Noct.“

Georg Friedrich Haas: „In iij. Noct.“

Spielpartitur
für Streichquartett , 50’

„In iij. Noct.“

Georg Friedrich Haas: „In iij. Noct.“

Spielpartitur
für Streichquartett , 50’

Premiere

Ort:
Franzensfeste
Datum:
14.09.2002
Orchester:
Kairos Quartett

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