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Leoš Janáček: Die Sache Makropulos

  • Oper in 3 Akten (1925)
  • 4 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(3), Hf, Cel, Str - Bühnenmusik: Hr(2), Trp(2), Pk
  • Dauer: 120’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte
    3. Flöte (+Picc)
    4. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    Englischhorn
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    Bassklarinette in B (+3. Kl(B))
    1. Fagott
    2. Fagott
    Kontrafagott (+3. Fg)
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in F
    2. Trompete in F
    3. Trompete in F
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken
    Schlagzeug(3)
    Harfe
    Celesta
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Bühnenmusik: 1. Horn in F
    2. Horn in F
    1. Trompete in F
    2.Trompete in F
    Pauken
  • Chor: Männerchor (TTBB)
  • Rollen: Emilia Marty, dramatischer Sopran Albert Gregor, Tenor Vítek, Tenor Krista (Víteks Tochter), Mezzosopran Jaroslav Prus, Bariton Janek, Tenor Advokat Kolenatý, Bassbariton Strojník, Bass Poklízecka, Alt Hauk-Sendorf, Operettentenor Komorná, Alt Lékar, stumme Rolle
  • Komponist: Leoš Janáček
  • Librettist: Leoš Janáček
  • Dichter d. Textvorlage: Karel Capek
  • Klavierauszug: Ludvik Kundera
  • Original-Sprache: Tschechisch
  • Übersetzer: Max BrodSona CervenaChristof BitterNorman TuckerMichel AnceyUte BeckerElijah MoschinskyAlena Wagnerová

Werkeinführung

Die Sache Makropulos, Janáceks achte und zugleich vorletzte Oper, zählt zu den meistaufgeführten Opern des 20. Jahrhunderts. Sie basiert auf einem Theaterstück von Karel Capek, das Janá?ek im Januar 1923 in Brünn sah und daraufhin beschloss, es als Grundlage für seine neue Oper zu verwenden. Capek war von dieser Idee anfangs wenig begeistert, stimmte aber schließlich im September 1923 zu. Janácek konnte am 11. November 1923 mit der Arbeit beginnen und stellte das korrigierte Manuskript am 3. Dezember 1925 fertig. Die Oper wurde am 18. Dezember 1926 am Nationaltheater Brünn uraufgeführt und dank des Produktionsteams rund um Regisseur Otakar Zítko und Dirigent František Neumann besser aufgenommen, als ursprünglich erwartet.

Was ist so reizvoll an Die Sache Makropulos Vielleicht ist es die turbulente Detektivgeschichte, ihre Rätselhaftigkeit und Märchenhaftigkeit. Vielleicht ist es auch die moderne Umgebung, in der die Figuren Telefone benutzen (übrigens handelt es sich hierbei um die erste Oper, in der ein Telefon vorkommt) oder ein Taxi nehmen. Anders als Janáceks zuvor komponierte Oper Das schlaue Füchslein repräsentiert Die Sache Makropulos das Gegenteil des Gewöhnlichen. Figuren, Handlung und Schauplatz sind außergewöhnlich und in gewisser Hinsicht exklusiv. Gleichzeitig erzählt das Werk die Geschichte einer unglücklichen Frau, die dreihundert Jahre leben muss und dadurch gegen ihren Willen zu einem emotional ausgebrannten Geschöpf wird. Wieso verstört und bewegt uns Die Sache Makropulos gleichermaßen? Der Grund dafür mag in der musikalischen Sprache des Komponisten liegen, die auf sehr kurzen, fast aphoristischen und übereinander geschichteten Motiven basiert. Die gedrängten Bewegungen haben auf uns, gemeinsam mit den Dynamiken der Darsteller, eine starke Wirkung. Oder können wir uns vielleicht mit der filmisch verdichteten Erzählweise identifizieren? Dieses Werk spricht seine Zuhörer auf verschiedenen Ebenen an und gilt aus diesem Grund als einer der Höhepunkte des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts.

Jirí Zahrádka

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
National Theatre, Brno (CZ)
Datum:
18.12.1926
Orchester:
Orchestra of the National Theatre of Brno
Dirigent:
Neumann František

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