Leoš Janáček: Glagolitische Messe

  • für Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester
  • Fassung letzter Hand
  • 4 3 3 3 - 4 4 3 1 - Pk, Schl(2), Hf(2), Cel, Org, Str
  • Dauer: 45’
  • Solisten:
    Sopran
    Alt
    Tenor
    Bass
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte (+ 3. Picc)
    3. Flöte (+ 1. Picc)
    4. Flöte (+ 2. Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    Englischhorn
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    3. Klarinette in B (+ Bkl(B))
    1. Fagott
    2. Fagott
    3. Fagott (+ Kfg)
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in F
    2. Trompete in F
    3. Trompete in F
    4. Trompete in F
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken
    Schlagzeug (2 Spieler)
    1. Harfe
    2. Harfe
    Celesta
    Orgel
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Chor: SSAATTBB
  • Komponist: Leoš Janáček
  • Klavierauszug: Ludvik Kundera
  • Herausgeber: Paul Wingfield
  • Textquelle: Ordinary of the Masses in Old Church Slavonic, "Cyril" and "Misi slavnije o bl. Marii deve i za umršeje obetnije slovenskim jezikom" transliterated by Josef Vajs; (1919/1920) and revised by Miloš Weingart.
  • Textbearbeiter: Miloš Weingart
  • Original-Sprache: Altkirchenslawisch
  • Übersetzer: Malcolm RaymentRudolf Stephan HoffmannRosa Newmarch
  • Inhaltsverzeichnis:
    Úvod
    Gospodi pomiluj
    Slava
    Veruju
    Svet
    Agnece Božij
    Varhany solo
    Intrada

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Werkeinführung

Das Jahr 1926 war für Leoš Janá?ek ein besonders erfolgreiches und fruchtbares Jahr. Unter anderem entstanden seine Oper Die Sache Makropulos, ebenso wie die Sinfonietta und die Glagolitische Messe (Mša glagolskaja).

Janá?ek schrieb die Glagolitische Messe in nur zweieinhalb Monaten, und sie eroberte sich einen Platz unter den bedeutendsten Messkompositionen. Janá?ek verließ alle ausgetretenen Bahnen des traditionellen Genres. Es entstand ein Werk, das innerhalb der gesamten geistlichen Musik einzigartig ist; und es stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch in diese Kategorie eingereiht werden kann. Am ehesten ist es wohl noch mit Zoltán Kodálys kraftvollem Psalmus hungaricus zu vergleichen. Janá?ek vermied die lateinische Sprache und verwendete stattdessen einen Text aus dem 9. Jahrhundert, der in der glagolitischen (cyrillischen) Schriftsprache, dem alten Kirchenslawisch, abgefasst ist. Janá?ek sagte einmal während der Niederschrift: „Ich will den Menschen zeigen, wie man mit dem lieben Gott zu reden hat.“ Und er tat es mit einem Selbstbewusstsein, das kirchliche Demut und Zerknirschung nicht kennt. Er wollte eine „fröhliche Messe“schreiben, weil alle bisherigen Messen so traurig wären.

Vermutlich aufgrund fehlender Kräfte im Orchester und auch wegen der zu kurzen Probenzeit sah sich der Komponist gezwungen, noch vor der Uraufführung (5. Dez. 1927) größere Änderungen vorzunehmen. Weitere Adaptierungen dürften noch vor der zweiten Aufführung in Prag (8. April 1928) gemacht worden sein. Im Zuge dieser Überarbeitungen wurden Teile gestrichen, welche zum Interessantesten gehören, das Janá?ek je geschrieben hat. Zu allem Unglück verstarb der Komponist, bevor die Partitur gedruckt war. Die nach seinem Tod publizierte Ausgabe des Werkes stellt somit eine Fassung dar, die weit weniger spannend und technisch anspruchsvoll ist, als sie ursprünglich von Janá?ek konzipiert worden war.

Der Musikwissenschaftler Paul Wingfield hat nach jahrelangem Quellenstudium die „Erstfassung“ rekonstruiert. Nachdem diese mit aufführungspraktischen Hinweisen von Sir Charles Mackerras versehen worden war, konnte diese bislang unbekannte Version der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht werden. In der Folge wurde auch die bisher schon bekannte „Fassung letzter Hand“ einer musikwissenschaftlichen wie auch aufführungspraktischen Revision unterzogen. Beide Versionen stehen als völlig neu hergestelltes Aufführungsmaterial zur Verfügung. Es bleibt den Veranstaltern überlassen, welcher Fassung mit ihren jeweils spezifischen Meriten sie den Vorzug geben. In der Reihe der UE-Studienpartituren ist die Glagolitische Messe ebenfalls erschienen (UE34298); in einem ausführlichen Vorwort werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Fassungen erläutert, die sich beide in der Studienpartitur wiederfinden.  

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

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