Mauricio Sotelo: De magia

  • für Alt- oder Tenorsaxophon, Schlagzeug und Klavier
  • Dauer: 14’
  • Komponist: Mauricio Sotelo
  • Commission: Kultusministerium Württemberg

Werkeinführung

Der Titel De Magia (Von der Magie) nimmt direkt Bezug auf einen der beiden Traktate, die Giordano Bruno speziell zu diesem Thema 1590 während seines Aufenthaltes in Deutschland verfasst hat - zwei Jahre vor seiner Inhaftierung durch die Inquisition und seiner nachfolgenden Verurteilung zum Tod auf dem Scheiterhaufen.

Bruno, der in seinem gesamten Schaffen die Konzepte von Raum und Materie miteinander vereinte, indem er das Universum in ein von Geist und Intelligenz geprägtes Objekt verwandelte, bevölkert hier, in seinem Magie-Traktat, die Welt mit unzähligen Arten von Dämonen: flüchtige Erscheinungsformen der einzigen Substanz des Universums, Spuren einer gespenstischen Hieroglyphenschrift.

Außer diesem Traktat Giordano Brunos über die Magie schöpft mein Werk inhaltlich aus zwei weiteren Quellen: Alberto Giacomettis Skulptur L’homme qui marche (Der gehende Mensch) und dem Violinkonzert Hay que caminar soñando (Man soll träumend gehen) von Luigi Nono.

Wie in einer 'theurgischen' Handlung, derer sich, laut Giordano Bruno, die ägyptischen Priester bedient haben, um Statuen zu beseelen, erlangt der Klang durch eine langsame und kontinuierliche Bewegung seine körperhafte Form und zeichnet eine Art Hieroglyphenschrift in den Raum als Bindeglied oder Knoten der möglichen Welten, Zeiten, Räume und Beziehungen, die er in seiner Bewegung durchwandert.

Mauricio Sotelo

Hörbeispiele

Uraufführung

Ort:
Saarbrücken (DE)
Datum:
01.02.1996
Hauptsolisten:
Trio Accanto Yukiko Sugawara, pn, Christian Dierstein, perc, Marcus Weiss, sax

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