Morton Feldman: 1. Streichquartett

  • für Streichquartett
  • Dauer: 100’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Violine
    2. Violine
    Viola
    Violoncello
  • Komponist: Morton Feldman

Werkeinführung

Das ganze Streichquartett ist auf ein einheitliches, ostentativ langsames Grundtempo bezogen, alle minimalen Bewegungsveränderungen entstehen durch komplexe Taktwechsel und diffizile rhythmische Notation. Einfache Materialordnungen (zu Beginn des-d-es-e) werden mittels mehr oder weniger diskreter Farbwechsel (Flageolett, sul ponticello, pizzicato; Oktavierung und Auslassungen) immer anders „orchestriert”. Was da mit der Langsamkeit eines organischen Prozesses auftaucht und wieder verschwindet, kennt kein Behaupten, kein Argumentieren und auch keine Höhepunkte. Mechanisch anmutende Verfahrensweisen neutralisieren alles, was als Erzählung interpretiert werden kann. Gegen Ende des Stückes tauchen – erstmalig in Feldmans Oeuvre – als Wiederholung notierte Takte und Taktgruppen auf. Der Schluss bleibt lange auf einem einzigen rhythmisch strukturierten Klang stehen, er ist ambivalent als Ruhepunkt und als Öffnung. Was bleibt? Ein ferner Widerhall des verstörten Weltlaufes. Verstummendes Geschwätz, leer und bedeutungslos … nichts bedeutend.

Martin Kapeller

Hörbeispiele

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