COVID-19 Update

Liebe Kundinnen und Kunden, wir möchten Sie darauf hinweisen, dass aufgrund der aktuellen Situation rund um den Corona Virus Ausgangsbeschränkungen in Österreich erlassen worden sind. Aus diesem Grund bitten wir Sie, Ihre Anliegen in schriftlicher Form an [email protected] zu schicken. Gerne können Sie natürlich auch weiterhin die diversen Kontakformulare auf unsere Website nutzen sowie Bestellungen in unserem Webshop tätigen. Wir bitten um Geduld, falls wir Ihre Anfragen und Bestellungen nicht im gewohnten Tempo bearbeiten können – aufgrund gesetzlicher Vorschriften ist für Unternehmen in Österreich derzeit nur ein reduzierter Betrieb möglich. Wir möchten Ihnen aber versichern, dass sich die Universal Edition auch in Zeiten wie diesen um ihre Kunden kümmert. Beste Grüße, Ihr Team der Universal Edition.

Morton Feldman: For Bunita Marcus

  • für Klavier
  • Dauer: 75’
  • Instrumentierungsdetails:
    Klavier
  • Komponist: Morton Feldman

Werkeinführung

For Bunita Marcus war für meine Musik nicht typisch, aber ich erzähle Ihnen genau, wie ich es geschrieben habe, formal gesehen. Nicht die Noten, die Noten haben das Stück nicht geschrieben. Ich habe eine Begabung für Noten, so wie einige Leute eine Begabung haben, Fische zu fangen oder Geld zu machen. Ich habe mit Noten keine Probleme. Ich ziehe sie einfach hinten aus meinem Ohr heraus. Überhaupt kein Problem.

Für mich existiert Rhythmus nicht. Ich würde eher den Begriff verwenden: etwas rhythmisieren. Ich fing an, mich für die Metrik zu interessieren. Für mich impliziert Metrum, in dem Moment, wo man es verwendet, die Frage: wie kommt man über den Taktstrich hinaus? Ich schrieb 4/4 hin, ließ einen gewissen Raum, zog dahinter einen Taktstrich und schrieb über den Taktstrich: „Das schwarze Loch des Metrums“, weil einige Leute nicht zu dicht an den Taktstrich herankommen wollen. In einer Menge Musik herrscht die Tendenz, sie stilistisch über den Taktstrich hinüberzuziehen.

For Bunita Marcus besteht hauptsächlich nur aus 3/8-, 5/16- und 2/2-Takten. Manchmal hatte der 2/2 musikalischen Inhalt, so am Ende des Stücks. Manchmal fungieren die 2/2-Takte als Stille, entweder auf der rechten Seite oder der linken Seite oder in der Mitte des 3/8- und des 5/16-Takts, und ich benutzte das Metrum als Konstruktion: nicht den Rhythmus, sondern das Metrum und die Zeit, die Dauer, die etwas beansprucht.

Was schließlich für mich interessant wurde, waren die „Durchführungsteile“, wo ich Sektionen mit gemischtem Metrum hatte. Dann ging es 2/2, 3/4, 5/8… Ich benutze das Metrum also bis zu einem gewissen Grade als eine Periode der Instabilität. Ich betrachtete es nicht als einen Durchführungsabschnitt, sondern als eine Periode, in der ich, ich finde keinen besseren Begriff, das Metrum entwickle. Dann dachte ich, wie jeder andere Komponist, wie hoch ist die Veränderungsquote in diesem Raster? Und ich sagte: verlangsame die Veränderungsquote oder beschleunige die Veränderungsquote. Aber ich kann keinen endgültigen Plan anfertigen, das würde nicht funktionieren. Es kann nur funktionieren, wenn man mit dem Material mitgeht und sieht, wie es sich formt.

Morton Feldman

Hörbeispiele

Zuletzt angesehene Werke

Keine zuvor angesehenen Werke