31/03/2020

Die BBVA Foundation ernennt Arvo Pärt zum Preisträger des Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie „Music and Opera“

Der Frontiers of Knowledge Award wird in acht Kategorien vergeben, um herausragende Leistungen in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik, Geisteswissenschaften und Musik zu würdigen. Der Name des Preises bezieht sich darauf, dass es den Preisträgern gelungen ist, die Grenzen unseres Weltwissens zu verschieben.

Arvo Pärt erhielt den Award in der Kategorie Musik und Oper, der bisher an Komponisten wie Steve Reich, Pierre Boulez, John Adams, György Kurtág, Helmut Lachenmann, Sofia Gubaidulina und Kaija Saariaho vergeben wurde.

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„Mich interessiert die Einfachheit, weil ich Stärke in ihr finde“, sagte Arvo Pärt. In den jährlich erhobenen Statistiken ist er der am meisten aufgeführte lebende Komponist.

Als Arvo Pärt Mitte der Achtzigerjahre mit einer einzigen Platte seinen Weltruhm begründete („Tabula rasa“, erschienen bei ECM), machte er einen Slogan wahr, den Labelgründer Manfred Eicher geprägt hatte: „The most beautiful sound next to silence“.

Tatsächlich ist die Musik von Pärt so nah an der Stille entlang geschrieben wie nur noch die des Amerikaners Morton Feldman. Doch während Feldman die Moderne an die Grenze zur Hörbarkeit trieb, versuchte Pärt hinter sie zurück zu gelangen, zurück in die Gregorianik, in eine noch nie so gehörte Tonalität – als wollte er aus der Zeit überhaupt ausbrechen und einen Ort finden, an dem Schönheit einfach möglich ist und das Einfache schön.

Dass diese überzeitliche Schönheit, die fast jeder seiner Werke geradezu auratisch umgibt, uns ganz unmittelbar berührt hat auch damit zu tun, dass sich Pärt nie mit hohlen Mantras eingelassen hat, weder musikalisch noch spirituell: „Ich bin kein Prophet, kein Kardinal, kein Mönch. Ich bin nicht einmal Vegetarier“, sagte er.

Pärts Musik ist zutiefst menschlich. Auch dafür wurde er ausgezeichnet.