12/10/2020

Wozzeck als reduzierte Fassung in der Bayerischen Staatsoper

Alban Bergs Wozzeck – die Vertonung des Büchnerschen Dramenfragments über den „Abgrund Mensch“ – steht auf dem Spielplan der Bayrischen Staatsoper. Dabei kommt die reduzierte Fassung des Bearbeiters Eberhard Kloke zum Einsatz, die Wozzeck wieder ganz nah an Büchners „Woyzeck“ rückt und Zuschauerinnen und Zuschauern eine größtmögliche sinnliche Reflexion ermöglicht. Der Stoff über den Menschen, der durch Arbeit und verschiedene Deformationen ins soziale Elend gestoßen wird, soll eine Aktualität erfahren, die durch die Kunstform Oper nicht etwa geglättet wird. Durch die Nähe zu Interpreten und Aufführungssituation soll sich jeder wie Wozzeck fühlen können.

Erfahren Sie mehr über Eberhard Klokes Bearbeitung und lesen Sie unser Interview.

Die Aufführungstermine sind: 14., 17., 21. & 25. Oktober 2020.

Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski
Inszenierung: Andreas Kriegenburg

[Auszug aus "Wozzeck braucht keine Verteidigung" – Andreas Kriegenburg im Gespräch]

Die musikalischen Verbindungen, Motivverknüpfungen, die Wozzeck definieren, drohen ständig, sich auf der frei tonalen Grundlage aufzulösen und auseinanderzudriften, so wie sich Wozzecks Beziehungen auflösen. Nach Wozzecks Verschwinden erklingt bei Berg ein instrumentales Zwischenspiel, das erstmals in diesem Stück in Gänze auf ein tonales Zentrum bezogen ist. Eine Art Nachruf…

... was die Psychologie der Figur Wozzeck betreffend unglaublich toll ist, da Berg ihn in die Ruhe zurück begleitet. Das Feuerwerk in seinem Kopf, die unablässig gegeneinander kämpfenden Gedanken, Ängste, Zweifel und Visionen verschwinden. Egal, ob Wozzeck nun ins Wasser geht, im Wasser schwebt, oder ob er nur irgendwo liegt oder den Kopf im Nacken im Wasser steht – Berg führt Wozzeck zu seinem ersten und einzigen Moment wirklicher Ruhe zurück.

Foto © Wilfried Hösl

Lesen Sie die Partitur:

230300
Wozzeck