Roman Haubenstock-Ramati: Les Symphonies de timbres

  • für Orchester
  • Dauer: 13’
  • Instrumentierungsdetails:
    3 3 3 3 - 4 3 3 0 - Schl , 4 Gläser od. Gl, Vibr, Glsp - Hf, Cel, Klav, Git - Str
  • Komponist: Roman Haubenstock-Ramati

Werkeinführung

Das Wort Symphonie ist in seiner Doppelbedeutung gebraucht: Einerseits heißt Symphonie, einem älteren Sprachgebrauch zufolge, soviel wie Zusammenklang, der Titel bedeutet also etwa „Zusammenklänge von Klangfarben“; andererseits will der Komponist das Wort Symphonie auch im klassischen Sinne verstanden wissen. Allerdings muß dabei alles, was in der Tradition durch thematische Arbeit ausgedrückt wurde, nun auf den klanglichen Sektor übertragen werden. Am Rande könnte man auch an Weberns Anwendung des „Symphonie“-Begriffes denken.

Das Geschehen in diesem Orchesterwerk ist auf drei ähnlich gearbeitete Ebenen verteilt, deren Aktionen von einer Tendenz zur Überbrückung von Punktuellem zu Linearem gekennzeichnet sind. Die drei horizontalen Ebenen sind durch die Farbwerte Bläser, Schlagzeug und Streicher gegeben. Diese Instrumentengruppen sind klanglich jeweils gespalten: bei den Streichern durch gedämpfte und nicht gedämpfte Schicht, bei den beiden anderen Gruppen (Bläser und Schlagwerk) im Holz- und Blechklang. Spannungsfelder werden durch drei verschiedene Tempi gebildet, die nicht nur diverse Schnelligkeit aufweisen, sondern auch unterschiedliche metrische, klangliche und konstruktive Merkmale zeigen. Die Gruppen des Orchesters sind meist als geschlossene Klangkörper eingesetzt. So beginnt das Werk mit der Schlagwerkgruppe, die von den Streichern abgelöst wird. Es folgt ein Abschnitt für Holzbläser und so weiter. Die innere Spannung der einsätzigen Symphonie bewirkt eine Dramatik, die allerdings keinesfalls außermusikalisch auszulegen ist. Insgesamt ist die Verarbeitung von Klangfarben für den dynamischen Aufbau der Komposition ausschlaggebend.

Hörbeispiele

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