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Wolfgang Rihm: Frau / Stimme

  • für Sopran und Orchester mit Sopran
  • 4 0 4 0 - 4 4 4 0 - Schl(7), Hf(2), Klav(2), Vl(2), Vc(6), Kb(2)
  • Dauer: 20’
  • Solisten:
    2 Soprane
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte (+Picc)
    2. Flöte (+Picc)
    3. Flöte (+Picc)
    4. Flöte (+Picc)
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    3. Klarinette in B (+Kl(A))
    4. Klarinette in B (+Kl(Es))
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C (+klTrp in D)
    4. Trompete in C (+klTrp in D)
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    4. Posaune
    Schlagzeug(7)
    1. Harfe
    2. Harfe
    1. Klavier (+E-Org)
    2. Klavier (+Cel)
    Violine(2)
    Violoncello(6)
    Kontrabass(2)
  • Komponist: Wolfgang Rihm
  • Textdichter: Heiner Müller
  • Anmerkungen: zwei Sängerinnen sind weit voneinander entfernt, eine am Podium und eine im Orchester

Werkeinführung

"Ich bin der Engel der Verzweiflung. Mit meinen Händen teile ich den Rausch aus, die Betäubung, das Vergessen, Lust und Qual der Leiber. Meine Rede ist das Schweigen, mein Gesang der Schrei. Im Schatten meiner Flügel wohnt der Schrecken. Meine Hoffnung ist der letzte Atem. Meine Hoffnung ist die erste Schlacht. Ich bin das Messer mit dem der Tote seinen Sarg aufsprengt. Ich bin der sein wird. Mein Flug ist der Aufstand, mein Himmel der Abgrund von morgen."

Diese Zeilen werden von zwei Sopranen gesungen, einer neben, der andere vor dem Dirigenten stehend, hinter den Klarinetten und Cellos oder erhöht hinter dem Orchester.

Ein Diagramm in der Partitur zeigt das Arrangement der Instrumentalgruppen auf der Bühne und in der Halle. Der um das Auditorium plazierte Teil der Orchestermusiker besteht aus fünf Schlagzeugspielern, zwei Trompetern und zwei Violinisten.

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Donaueschingen (DE)
Datum:
22.10.1989
Orchester:
SWF-SO Baden-Baden
Dirigent:
Michael Gielen
Hauptsolisten:
Isolde Siebert und Carmen Fugiss, S

Pressestimmen

"Wolfgang Rihm hat schon vor Jahren eine gewisse Wahlverwandtschaft mit Luigi Nono entdeckt, sich mit ihm angefreundet. Er macht daraus auch musikalisch keinen Hehl, was noch lange nicht Epigonentum oder dergleichen bedeutet: Rihm ist selbst stark genug, solche Nähe in eigenständige Kraft zu übersetzen. Sein Stück Frau/Stimme für Sopran und Orchester mit Sopran - also zwei Soprane - auf Wörter von Heiner Müller zeigt in der Struktur eine gewisse Annäherung an Nonos lapidare, statische Klangsuche, doch erkennbar auf Rihmsche Weise, spontan der immanenten Tendenz des Materials folgend, aus der Fülle einer sinnlich körperhaften Tonphantasie erzeugt."

Wolfgang Schreiber, Süddeutsche Zeitung


"Wolfgang Rihms Frau/Stimme ist ein Stück äußerster Ökonomie. Rihm, dem man vor einigen Jahren noch spätromantische Opulenz vorwarf, schreibt inzwischen sparsame, konzentrierte Partituren. Es gibt nichts Einlullendes mehr, die klanglichen Extreme dominieren. Es ist auch hier wieder kaum möglich, sich der manchmal schmerzhaften Gewalt dieser Musik zu entziehen."

Stephan Hoffmann, Die Welt


"Rihm geht es um Gefühlsassoziationen und ihre klanglichen Entsprechungen, die sich mit Wörtern wie 'Engel', 'ich', 'Hände', 'Vergessen', 'Messer', 'Abgrund', um nur einige zu nennen, verbinden. Die Klangsprache dieses dicht gearbeiteten und effektvollen Werks ist expressiv, oftmals ins Geräuschhafte hineingetrieben. Der bald hart aufbrechenden, dann wieder unterdrückten Erregung in den Instrumenten entsprechen auch die beiden bis in Extremlagen vorstoßenden Sopranstimmen. Die Passage, in der eine Stimme der anderen traumverloren wie ein Echo folgt, gehört zu den schönsten, lyrischten, intimsten Momenten, die Wolfgang Rihm geschrieben hat."

Dieter Kölmel, Stuttgarter Nachrichten

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