Arnold Schönberg: Verklärte Nacht

Arnold Schönberg Verklärte Nacht
Verklärte Nacht

Arnold Schönberg: Verklärte Nacht

Opus:
op. 4
Year of composition:
1899
Scored for:
for string sextet
Composer:
Arnold Schönberg
Table of contents:
Verklärte Nacht für 6 Streichinstrumente
Duration:
28’
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Audiosamples

Verklärte Nacht
00:00

Work introduction

The string sextet Veklärte Nacht was the first step in Arnold Schönberg’s break with tonality.

At the time it was written, everything in the sextet was new during the epoch when Wagner’s music dramas and Liszt’s symphonic poems were still stimulating every young composer to imitate them. Instead, Schönberg turned to chamber music, addressing for the first time the issue of making programme music with a chamber ensemble, for which he used a poem by Richard Dehmel (it appears as a preface in the full score).

The internal dynamic of Verklärte Nacht is principally due to a ceaseless interchange of groups of motifs, some of which surge forwards while others hold back, thus forming the rubato melos so characteristic of Schönberg’s early works. In addition, he exploits the melodic and sonic possibilities of the strings to their utmost; the magical sound of the piece – written by a 25-year-old man – is incomparable.

(Jascha Horenstein on the sextet, excerpt from Pult und Taktstock, March/April 1927 issue)


Verklärte Nacht
Richard Dehmel

Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen;
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die schwarzen Zacken reichen.
Die Stimme eines Weibes spricht:

Ich trag ein Kind, und nit von Dir,
ich geh in Sünde neben Dir.
Ich hab mich schwer an mir vergangen.
Ich glaubte nicht mehr an ein Glück
und hatte doch ein schwer Verlangen
nach Lebensinhalt, nach Mutterglück
und Pflicht; da hab ich mich erfrecht,
da ließ ich schaudernd mein Geschlecht
von einem fremden Mann umfangen,
und hab mich noch dafür gesegnet.
Nun hat das Leben sich gerächt:
nun bin ich Dir, o Dir, begegnet.

Sie geht mit ungelenkem Schritt.
Sie schaut empor; der Mond läuft mit.
Ihr dunkler Blick ertrinkt in Licht.
Die Stimme eines Mannes spricht:

Das Kind, das Du empfangen hast,
sei Deiner Seele keine Last,
o sieh, wie klar das Weltall schimmert!
Es ist ein Glanz um alles her;
Du treibst mit mir auf kaltem Meer,
doch eine eigne Wärme flimmert
von Dir in mich, von mir in Dich.
Die wird das fremde Kind verklären,
Du wirst es mir, von mir gebären;
Du hast den Glanz in mich gebracht,
Du hast mich selbst zum Kind gemacht.

Er faßt sie um die starken Hüften.
Ihr Atem küßt sich in den Lüften.
Zwei Menschen gehn durch hohe, helle Nacht.

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