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Universal Edition - Georg Friedrich Haas – ATTHIS

Georg Friedrich Haas

Georg Friedrich Haas
ATTHIS

Entstehungsjahr: 2009
Instrumentierung: für Sopran und 8 Instrumente (ossia: für 8 Instrumente)
Komponist: Georg Friedrich Haas
Solo: Sopran
Besetzung: Kl(B), Fg, Hr(F), Vl(2), Va, Vc, Kb
Besetzung Details:
Klarinette in B
Fagott
Horn in F
1. Violine
2. Violine
Viola
Violoncello
Kontrabass
Auftraggeber: Auftragswerk der Berliner Philharmoniker und der Philharmonie Essen
Dauer: 40′
 
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  • Haas Georg Friedrich

  • ATTHIS





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Hörbeispiel

ATTHIS

Uraufführung

Ort: Philharmonie Berlin / Deutschland
Datum: 15.01.2010
Orchester: Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker
Dirigent: Michael Hasel
Hauptsolisten: Annette Dasch, S

Werkeinführung

Berühmt wurden Sapphos Liebesgedichte, mit der sie vor zweieinhalbtausend Jahren auf der Insel Lesbos andere Frauen besang. Diese nur fragmentarisch überlieferten Texte haben Komponisten immer wieder fasziniert.

Georg Friedrich Haas lässt seine Komposition, benannt nach einer jungen Schülerin der Dichterin, mit konsonanten Klängen beginnen. Aus der anschwellenden Dur-Terz in mehreren Oktavlagen der Streicher wächst die Singstimme fast unhörbar hervor. Wie in Zeitlupe rezitiert die Sängerin auf einem einzigen Ton die griechischen Worte „Mete moi meli, mete melissa“ (Kein Honig für mich, keine Biene). Es ist eine Liebesklage, während der sich die Dur-Terz zuerst langsam zur Moll-Terz, dann zum Tritonus und schließlich zur Septime verwandelt. Es folgen die deutschen Worte „Untergegangen ist der Mond“, zuerst wie gesprochen und dann mit kantablen Melismen gesungen. Die Partitur fordert drei verschiedene Arten des Singens: die erste rau, im tiefsten Register fast gesprochen, die zweite cantabile, espressivo, melodiös und die dritte als Glissando. Diese drei Arten der Stimmbehandlung sollen deutlich unterschieden werden. „Die Wirkung soll an einen Instrumentenwechsel erinnern – bzw. ein Vokalterzett imitieren.“

Durch Streicherglissandi und indem einzelne Töne sechsteltönig erhöht oder erniedrigt werden, erweitert sich der Klangraum. Die Musik reflektiert den Text, wenn sie etwa bei der Rede vom eisigen Frost und den toten Flügeln keineswegs mehr wohltemperiert zu dynamischen Extremen übergeht, ganz bestimmte Obertöne fordert und Schwebungen zwischen den Oktaven erzeugt. Das Ende der Liebe („Nimmermehr komme ich wieder zu dir“) führt auch musikalisch zu einem „absoluten Stillstand“; hier in der Mitte der Komposition gerät die Zeit aus den Fugen, werden Takt und Metrum aufgegeben. Der „zerbrochenen Zunge“ entspricht die Aufspaltung der Rede in einzelne Worte. Fast wie George in seiner Litanei spricht die Dichterin vom quälenden inneren Feuer, das Todesgedanken auslöst. Ohne instrumentale Begleitung heißt es dann aber „und dennoch, und dennoch“. Damit beginnt der zweite Teil, der sich dem wieder erwachenden Eros und der ebenso quälenden wie beglückenden Suche nach Atthis widmet. Dem Gegenüber von Ich und Du korrespondiert die Polarität von Bläsern und Streichern, die jeweils in eigenem Tempo spielen, sich aber zum gemeinsamen ruhigen Pulsschlag vereinen, wenn die Liebenden sich finden. Auf eine Generalpause folgt als schlichter und stiller Epilog das Auskosten der Nähe. Das lyrische Ich ist am Ziel, an der zarten Brust der Geliebten.

Albrecht Dümling

Aus dem Programmheft der Berliner Philharmoniker 2009/2010

Vollständige Studienpartitur


Trailer:

 

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ATTHIS

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