Frank Martin: Konzert

  • für Violine und Orchester
  • 2 2 2 2 - 2 2 1 0 - Klav, Hf, Pk, Str
  • Dauer: 30’
  • Solisten:
    Violine
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte (+ Picc.)
    1. Oboe
    2. Oboe
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    1. Fagott
    2. Fagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    Posaune
    Pauken
    Harfe
    Klavier
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
  • Komponist: Frank Martin
  • Anmerkungen: Studienpartitur erhältlich bei Musikproduktion Höflich: www.musikmph.de

Werkeinführung

Wie in allen seinen späteren, reifen Werken […] schwebt Martin auch in dem 1951 komponierten Konzert für Violine und Orchester eine Verbindung von Impressionismus und Zwölftonmusik vor. Martin hat die Erkenntnisse Arnold Schönbergs auf eine sehr freie, persönliche Weise für sich nutzbar gemacht.

Dieses Violin-Konzert in seinen drei Sätzen Allegro, Andante, Presto ist ein richtiges konzertantes Werk, darin Martin das Soloinstrument mit virtuosen Aufgaben ausgestattet hat. Martin geht hier zwar in Harmonik und Melodik durchaus seine eigenen Wege, aber er gibt die traditionelle, klassische Form des Konzerts nicht auf. Das Werk, das etwa eine halbe Stunde dauert, hat Martin länger als die meisten seiner anderen Schöpfungen beschäftigt. Über ein Jahr hat er gebraucht, bis es ganz in ihm ausreifte. Er hat Wert darauf gelegt, im Orchester eine reiche sinfonische Klangpracht zu entfalten. Durch diese selbstständigen orchestralen Tutti-Teile wird man angehalten, das Spiel der Solisten als zwingenden Gegensatz zu empfinden. Man freut sich gleichsam immer wieder auf den Einsatz der Solovioline. Obwohl Martin kein Geiger ist, hat er es verstanden, violinistisch mit bemerkenswerter Einfühlung den Solopart virtuos wie gesangsmäßig geschickt auszugestalten.

Martin hat dieses Konzert unmittelbar nach seinen Ariel-Gesängen aus Shakespeares „Sturm“ in Arbeit genommen. Er meint selbst, dass das Violin-Konzert aus dieser vorausgegangenen Komposition, besonders am Anfang, die mystische und ein wenig feenhafte Atmosphäre erhalten hat. Er verwendet sogar ein Motiv aus diesen Shakespeare-Chören, das die Hörner im 16. Takt des ersten Satzes intonieren. Dieses Violin-Konzert hat eine glückliche Mischung von Balladeskem und Rhapsodischem, von Lyrischem und Pathetischem. Martin sagt selbst, dass diese Shakespeare-Zitate nichts Gewolltes in das Werk brächten, er sei im Violin-Konzert nur ein wenig von den Reizen der Insel des Prospero verzaubert geblieben.

Hörbeispiele

Uraufführung

Ort:
Basel (CH)
Datum:
24.01.1952
Dirigent:
Paul Sacher
Hauptsolisten:
Hansheinz Schneeberger

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