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Karol Szymanowski: Hagith

  • Oper in 1 Akt (1911/1913)
  • 4 4 5 4 - 6 4 4 1 - Pk, Schl(6), Hf(2), Cel, Harm, Org, Str - hinter der Szene: Trp(4), Pos(4), Pk, Trgl
  • Dauer: 95’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte
    3. Flöte
    4. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    3. Oboe
    Englischhorn
    1. Klarinette in B
    2. Klarinette in B
    3. Klarinette in B
    4. kleine Klarinette in Es (+Kl(A))
    Bassklarinette in B
    1. Fagott
    2. Fagott
    3. Fagott
    Kontrafagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    5. Horn in F
    6. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    4. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    4. Posaune
    Basstuba
    Pauken
    Schlagzeug(6)
    1. Harfe
    2. Harfe
    Celesta
    Harmonium
    Orgel
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    1. Trompete in D (+Bühnenmusik)
    2. Trompete in D (+Bühnenmusik)
    3. Trompete in D (+Bühnenmusik)
    4. Trompete in D (+Bühnenmusik)
    1. Posaune (+Bühnenmusik)
    2. Posaune (+Bühnenmusik)
    3. Posaune (+Bühnenmusik)
    4. Posaune (+Bühnenmusik)
    Pauken (+Bühnenmusik)
    Triangel (+Bühnenmusik)
  • Chor: SATB
  • Rollen: Der alte König, Tenor Der junge König, Tenor Hagith, Sopran Der Hohepriester, Bass Der Arzt, Bariton Ein Diener, stumme Rolle
  • Komponist: Karol Szymanowski
  • Librettist: Felix Dörmann
  • Dichter d. Textvorlage: Felix Dörmann
  • Übersetzer: Stanislaw Baracz

Werkeinführung

Wie schon in Szymanowskis König Roger geht es auch in Hagith um ein fiktives Königreich und einen Potentaten, dem die Macht entgleitet. Doch während dort die Grundproblematik durch einen kulturellen Konflikt bestimmt ist, steht in Hagith das individuelle Problem des Machtverzichts im Zentrum. Der hinfällige alte König sträubt sich, seinem Sohn die Nachfolge zu überlassen, und wird von seinem Leibarzt zu einer Verjüngungskur überredet. Sein Rezept: Wenn sich eine Jungfrau ihm hingebe, gehe ihre jugendliche Lebenskraft auf ihn über. Doch die Therapie schlägt fehl, die als Opfer ausersehene Hagith verliebt sich in den Königssohn. Sie weigert sich, zum Alten ins Bett zu steigen, worauf dieser vor Aufregung stirbt. Zur Strafe wird sie gesteinigt, stirbt jedoch im Bewusstsein, dass sie mit ihrem Tod dem geliebten jungen König den Weg zum Thron freigemacht hat. Die finstere Geschichte geht ohne märchenhaftes Happy End aus.

Mit Hagith hat der deutsche Librettist Felix Dörmann eine jener zwischen Femme fatale und Emanze angesiedelten Frauenfiguren aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg geschaffen, halb Judith, halb Salome – eine Frau, die gegen Macht und Gesetz aufbegehrt und sich für höhere Interessen opfert. Mit der Musik von Szymanowski ist daraus eine große Frauengestalt geworden, die in der Schlussszene vom naiven Mädchen aus dem Volk zur Heroine heranwächst und die Bühne mit ihrem Gesang und Auftreten dominiert.

Alle vier Bilder des Einakters sind von einer glutvollen, in leuchtenden Farben instrumentierten Musik durchströmt, die immer wieder die Grenzbereiche zur Atonalität streift. Die anspruchsvollen Gesangspartien sind in weiten Bögen geführt, das Liebesduett zwischen Hagith und dem Königssohn erinnert mit seiner blühenden Melodik an Puccini.

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

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