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Walter Braunfels: Die Vögel

  • Ein lyrisch-phantastisches Spiel in 2 Aufzügen (1913-1919)
  • 3 2 2 2 - 4 2 3 1 - Pk, Schl(2), Hf(2), Cel, Str; Flöte hinter der Szene
  • Dauer: 120’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte
    2. Flöte
    3. Flöte
    Oboe
    Englischhorn (+2. Ob)
    1. Klarinette in A
    2. Klarinette in A
    1. Fagott
    2. Fagott
    1. Horn in E
    2. Horn in E
    3. Horn in E
    4. Horn in E
    1. Trompete in B
    2. Trompete in B
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    Tuba
    Pauken
    Schlagzeug(2)
    Celesta
    1. Harfe
    2. Harfe
    Violine I
    Violine II
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Flöte hinter d. Szene
  • Chor: SATB
  • Rollen: Hoffegut und Ratefreund, Bürger einer großen Stadt, Tenor und hoher Bass Stimme des Zeus, Bariton Prometheus, Bariton Wiedhopf, einstens ein Mensch, nun König der Vögel, Bariton Nachtigall, hoher Sopran Zaunschlüpfer, Sopran Adler, Bass Rabe, Bass Flamingo, Tenor 1. Drossel, tiefer Sopran 2. Drossel, Sopran 3 Schwalben und 2 Meisen, Soprane 4 Wendehälse, Tenöre 2 Kibitze, Bässe Ballett
  • Komponist: Walter Braunfels
  • Dichter d. Textvorlage: Aristophanes
  • Textquelle: nach Aristophanes
  • Textbearbeiter: Walter Braunfels

Abdruckgenehmigung (digital/analog)

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Werkeinführung

1913 hat Walter Braunfels seine Oper „Die Vögel“ begonnen, 1920 wurde sie in München von Bruno Walter mit großem Erfolg uraufgeführt. Allein diese zeitliche Konstellation sagt viel über das Werk. Denn dazwischen lagen der Erste Weltkrieg und Braunfels‘ Einberufung als Soldat 1915 sowie 1918 seine Verwundung und die Konversion zum Katholizismus. Braunfels‘ Textentwurf war wohl bereits vor dem Krieg abgeschlossen, mit einer sehr persönlichen Abwandlung von Aristophanes‘ Vorlage: Hier kommt es tatsächlich zum Krieg zwischen den Vögeln und Zeus. Ihr hybrides Wolkenkuckucksheim, mit dem sie die griechischen Götter herausfordern, geht im göttlichen Blitz und Donner unter. Und Ratefreund und Hoffegut, die beiden menschlichen Helden der Oper, die im Vogelreich eine ideale Gegenwelt gesucht und die Vögel in den wahnwitzigen Krieg getrieben hatten, kehren reumütig zurück.

„Das Wesentliche von Braunfels’ Handlung liegt in der Darstellung dreier Ebenen: die Welt der Menschen, die Welt der Vögel (die Phantasiewelt), die Welt der Götter. Die Menschen reizen die Vögel zur Empörung gegen die Götterwelt. Während sich bei Aristophanes die Menschen der Antike erfolgreich gegen ihre Götter auflehnen, bestraft bei Braunfels Gottvater Zeus die menschliche Hybris. Nachdem die Vogelstadt durch himmlische Gewalt vernichtet ist, huldigen die Vögel in einem frommen Hymnus der göttlichen Macht und Größe.“ (Frithjof Haas)

Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein schwärmte nach der Uraufführung: „Ich glaube nicht, dass über die deutsche Opernbühne je ein so absolutes Künstlerwerk gegangen ist. Man kann und muss es in seiner Notwendigkeit mit den Meistersingern und dem Palestrina Pfitzners vergleichen.“ Dieses Urteil ist wohl der melodiösen Unbekümmertheit hin zu einer fast impressionistischen Zerrissenheit geschuldet.

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Nationaltheater, München (DE)
Datum:
30.11.1920
Dirigent:
Bruno Walter

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