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Alban Berg: Violinkonzert

  • Instrumentierungsdetails:
    siehe Alban Berg: Violinkonzert
  • Komponist: Alban Berg
  • Herausgeber: Douglas JarmanRudolf StephanRegina Busch
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Werkeinführung

Im Februar 1935 trat der amerikanische Violinist Louis Krasner an Alban Berg mit der Bitte heran, ein Violinkonzert zu schreiben. Obwohl Berg die Arbeit an Lulu nur ungern unterbrechen wollte, konnte er aufgrund seiner finanziellen Situation diesen Auftrag kaum ablehnen. Erste Ideen zu dem Stück skizzierte er Mitte März und beabsichtigte, im Sommer in Kärnten das Violinkonzert fertig zu komponieren.

Am 22. April, einige Tage vor Bergs Abreise von Wien nach Velden, ereignete sich jene Tragödie, welche die Programmatik und endgültige Form des Violinkonzerts entscheidend beeinflusste. Manon Gropius, die Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, starb an Kinderlähmung. Berg schrieb an Alma Mahler, dass er beabsichtige, sein Werk „dem Andenken eines Engels” zu widmen, in Erinnerung an Manon. Das Violinkonzert entstand zwischen Mai und August 1935 im Kärntner Waldhaus.

Im Juli, kurze Zeit nachdem Berg die Komposition beendet hatte und sich an die Ausarbeitung der Partitur machte, erhielt er einen Insektenstich in den Rücken, der sich allmählich zu einem Abszess entwickelte. Anfang November kehrte Berg in schlechter gesundheitlicher Verfassung nach Wien zurück. Am 11. Dezember konnte er noch die Wiener Erstaufführung der Symphonischen Stücke aus der Oper „Lulu” besuchen, musste aber wenige Tage später ins Spital gebracht werden. In der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember starb Berg im Rudolfspital an Blutvergiftung.


Christian Tetzlaff über das Violinkonzert:

„Wie viele große Kunstwerke lebt auch das Berg’sche Violinkonzert von der Vereinigung größtmöglicher Gegensätze.

Die direkte Darstellung intensivster Gefühle von Schmerz, Lust, Liebe geschieht in der Tonsprache der Zwölftontechnik, die eigentlich Abstraktion und Kontrolle in sich trägt; auf der anderen Seite ist die Form des Stückes denkbar klar, einfach, und es ist auch nicht schwer auszuführen und als Ensemble zu fühlen – aber in dieser Form schildert Berg einen komplexen Lebenslauf mit allen Einbrüchen, Wirrungen von Geburt bis Tod. Und hinterlässt uns mit einem Gefühl der Akzeptanz, das alles Vorhergehende transzendiert! Es spielen zu dürfen ist unendlich beglückend.”

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