Karl Schiske: Vom Tode

  • "Denk es, o Seele". Oratorium nach Worten großer Dichter (1946)
  • für Sopran, Alt, Tenor, Bass, gemischten Chor, Orgel und Orchester
  • Dauer: 90’
  • Solisten:
    Sopran, Alt, Tenor, Bass
  • Instrumentierungsdetails:
    3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk, Schl, Xyl, Hf, Klav, Str
  • Chor: SATB
  • Komponist: Karl Schiske
  • Textdichter: Friedrich HölderlinRainer Maria RilkeJoseph von EichendorffJohann Wolfgang von GoetheFriedrich Gottlieb KlopstockDetlev von LiliencronConrad Ferdinand MeyerEduard MörikeFriedrich von SchillerJosef WeinheberIna SeidelFriedrich HebbelThomas à Kempis
  • Widmung: Dem Andenken meines geliebten Bruders Hubert Josée Nedbal v. Österreich in Dankbarkeit

Werkeinführung

Das Oratorium Vom Tode ist zweifelsohne das bedeutendste Werk von Karl Schiske. Das opernhaft-dynamische Werk, das in der Nachkriegszeit entstanden ist, ist seinem Bruder „Dr. med. Hubert Schiske, gefallen am 24.09.1944“ gewidmet.

Selbst ausgewählte, Tod bezogene Texte großer Dichter des deutschen Sprachraums gliedert Schiske in einen Prolog, vier Sätze, die den Jahreszeiten entsprechen, und einen Epilog. Das Werk für Soli, gemischten Chor, großes Orchester und Orgel konstruiert eine „geistvolle Archi-tektur“ (Schiske), die sich in Rahmen der freien Tonalität mit neuen Klangmöglichkeiten bewegt. Sein persönlicher Stil der „terzenfreien“ Melodik und seine Leidenschaft zu reinen Quart- und Quintintervallen sind in diesem Werk besonders gut erkennbar. Seine Tonsprache ist in ihrer Klangfarbe romantisch, aber in ihrer Stimmführung, Instrumentation und kontrapunktischer Neigung durchaus avantgardistisch.

Im Mittelpunkt des Werks stehen die ewigen, unlösbaren, großen Fragen der menschlichen Existenz. „So erscheint der Tod in vielerlei Bildern hinter den bunten Erscheinungen der Welt, hineingreifend ins Leben, oder nur ein dunkler Schatten, der in die Natur hineinfällt, eine große Macht, das Rätsel und der Sinn des Lebens, die dunkle Nacht, an die das Leben gebunden ist …“ (Schiske)

Vom Tode ist vielleicht Schiskes persönliches Requiem. Er strebt darin nach rationaler Strenge und Klarheit. Das Naturbild der Jahreszeiten unter dem Eindruck des Krieges und des Todes verschmilzt dabei in eine von Schmerz geprägte Seelenlandschaft.

Zuletzt angesehene Werke

Keine zuvor angesehenen Werke