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Anton Webern: 3 Lieder

  • für Gesang, Es-Klarinette und Gitarre
  • Kl(Es), Git, Ges
  • Dauer: 4’
  • Solisten:
    Gesang
  • Instrumentierungsdetails:
    kleine Klarinette in Es
    Gitarre
  • Komponist: Anton Webern

Werkeinführung

Im Entstehungsjahr dieser Lieder, 1925, schrieb Webern an Alban Berg: „Ich habe jetzt das zweite dieser Liederreihe fertig, ‚Erlösung’ aus Des Knaben Wunderhorn. Das dritte wird ein lateinisches Lied (Marienlied): ‚Ave, Regina coelorum’ ... Die ‚Zwölftonkomposition’ ist mir jetzt eine bereits vollkommen klare Sache. Natürlich sind diese Lieder alle darin geschrieben. Und diese Arbeit bereitet mir Vergnügen wie noch selten zuvor.“ Um reichere Variationsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben, bedient sich Webern hier auch neben der Reihengrundgestalt des Krebses, der Umkehrung und der Krebsumkehrung. Im zweiten Lied werden diese Formen nach textlichen Gesichtspunkten eingesetzt: „Die drei Personen, die in dem Gedicht sprechen, Maria, Christus und Gott, bekommen ihre eigenen Reihenkonstellationen: Maria erhält die Grundreihe, Christus im Dialog mit Maria die Umkehrung der Grundreihe, im Dialog mit Gott eine transponierte Krebsumkehrung in freier Tonreihenfolge, Gott bekommt im Dialog mit Christus den Krebs der Grundreihe“ (Baldenius). Diese Lieder sind wahrscheinlich die schwierigsten, die Webern je komponiert hat. Im Dienste einer außerordentlich gesteigerten Expressivität erreichen die Intervallsprünge der Singstimme kaum mehr zu überbietenden Umfang; so wird etwa das Wort „Nagerlstock“ im ersten Lied in folgender Weise vertont: e’ – cis’’’ – d’’ – es’, eine extreme Übersteigerung von jodlerartigen Figuren, zu denen Webern durch den betont naiven, volkstümlichen Text angeregt wurde. Die Uraufführung fand erst 1954 unter der Leitung Robert Crafts in Los Angeles statt.

Manfred Angerer

Hörbeispiele

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