COVID-19 Update

Trotz der durch das Corona-Virus verursachten Probleme stehen Ihnen unser Webshop und die Kontaktformulare unserer Website voll zur Verfügung. Sie können Ihre Anfragen auch gerne an customer-relations@universaledition.com richten. Wir bitten Sie um Verständnis, wenn die Beantwortung Ihrer Anfragen wegen der bestehenden Beschränkungen länger dauern sollte. Ihr Team der Universal Edition

Friedrich Cerha: Monumentum für Karl Prantl

  • für großes Orchester
  • 3 4 3 3 - 5 3 4 0 - Pk, Schl(2), Org, Tsax, Str
  • Dauer: 22’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte (+Picc)
    2. Flöte (+Picc)
    3. Flöte (+Picc)
    1. Oboe
    2. Oboe
    3. Oboe
    4. Oboe (+Eh)
    1. Klarinette in A
    2. Klarinette in A
    3. Klarinette in A (+Bkl(B))
    Tenorsaxophon in B (+Ssax(B))
    1. Fagott
    2. Fagott
    Kontrafagott
    1. Horn in F
    2. Horn in F
    3. Horn in F
    4. Horn in F
    5. Horn in F
    1. Trompete in C
    2. Trompete in C
    3. Trompete in C
    1. Posaune
    2. Posaune
    3. Posaune
    4. Posaune (+Kbpos)
    Pauken
    1. Schlagzeug
    2. Schlagzeug
    Orgel
    Violine I(14)
    Violine II(14)
    Viola(12)
    Violoncello(10)
    Kontrabass(8)
  • Komponist: Friedrich Cerha
  • Anmerkungen: Skulpturen des österreichischen Bildhauers Karl Prantl

Werkeinführung

Die Idee der Freiheit in einer freien Gemeinschaft verbindet das Schaffen von Karl Prantl auch mit den Werken der 'Neuen Musik', der avancierten und immer noch weithin unbekannten Kunst des 20. Jahrhunderts. Nicht zufällig trägt einer der herrlichsten Steine Prantls auf dem St. Margarethener Symposionshügel, entstanden 1963 bis 1965, den Titel 'Stein für Josef Matthias Hauer', ein 1984 bis 1987 geschaffener Stein auf dem Pöttschinger Feld heißt 'Stein für Friedrich Cerha', ein in der Mainzer Ausstellung der Sparda-Bank zu sehender Stein von 2006 ist 'Für Anton von Webern' betitelt. Diese Steine entsprechen, soweit dies möglich ist, in ihrer Gestaltung Prinzipien der musikalischen Form der jeweiligen Komponisten. Der österreichische Komponist Friedrich Cerha widmet 1988 Karl Prantl das Orchesterstück Monumentum, das 1989 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. 1993 komponiert Cerha im Auftrag des Tanzateliers Sebastian Prantl (Karl Prantls Sohn) Ein Stück für K.

Um des Ungewöhnlichen der Begegnung von Steinbildhauerei und Musik willen zitiere ich Cerha selbst, der über sein Stück Monumentum für Karl Prantl (im Begleitheft einer CD seines Werks 2003) schreibt:

„Zur Frage, warum ich gerade Steine des Bildhauers zum Ausgangspunkt von Stücken gewählt habe: Wir sind seit den fünfziger Jahren befreundet und einer verfolgt die Arbeit des anderen seither mit innerer Anteilnahme. [...] Wir sehen uns nicht oft, und es gibt weder große Diskussionen noch einen permanenten Gedankenaustausch, aber es gab über Jahrzehnte hinweg ein Gefühl der Übereinstimmung in der künstlerischen (und menschlichen) Grundgesinnung, die niemals vieler Worte bedurfte. Und noch etwas – meine ich – verbindet uns bei aller Klarheit über die Bedeutung des analytischen Instrumentariums: die Demut vor der Unbegreifbarkeit, der Unerklärbarkeit des Schöpferischen, des wirklichen Kunstwerks. Diese Demut (welch unaktueller Begriff!) ist in einer Zeit, die das Kunstwerk in großem Stil als Ware handelt und in der der einzelne – vor allem der ‚Professionelle’ – diesem Kunstwerk oft überheblich-kalkulatorisch gegenübersteht, selten geworden. Monumentum für Karl Prantl für großes Orchester ist anlässlich seines 65. Geburtstages entstanden. Es gibt neun Abschnitte, die um eine zentrale Achse angeordnet sind. Die einzelnen Abschnitte tragen Titel, die für Arbeiten Prantls in verschiedenen Schaffensperioden kennzeichnend sind: Anrufung, Litanei, Zeichen, Kreuzweg. Die Teile dazwischen sind jeweils 'Meditationen' bezeichnet; alle Arbeiten Prantls aus den letzten Jahren tragen nur mehr den Titel 'Zur Meditation'. – Für den musikalischen Ausdruck jedes Abschnitts gab jeweils das Erlebnis einer Skulptur den Anstoß. Natürlich war ich mir in jedem Zeitpunkt klar darüber, dass es unmöglich ist, den expressiven wie auch den strukturellen Gehalt eines Kunstwerks von einer Disziplin in die andere zu übertragen. Wenn ich mich dennoch dazu entschlossen habe, so in der Hoffnung auf eine Konkretisierung des Bezugs zwischen Skulptur und Musik im Hörer. Bei meinem Bemühen, meiner Musik größtmögliche Charakterschärfe zu geben, Genauigkeit in Diktion und Ausdruck, um zu verhindern, dass sie – wie viele heutige Musik – in einem Einerlei versinkt, in dem zwar alles möglich, aber nichts notwendig ist (wodurch sie auch nicht in der Lage ist, Not zu wenden), ist mir jedes Mittel zur Determinierung von Dimensionen, Quantitäten und Proportionen willkommen gewesen. Nur in einem definierten Raum kann schöpferische Phantasie sich entfalten, Beziehungen knüpfen, Differenzierungen finden und über Möglichkeiten verfügen, Mitteilungen zu gestalten.“

Diese Aussagen Cerhas über seine Komposition geben zugleich auch eine vorzügliche Charakterisierung der Werke Karl Prantls. Charakterschärfe, Genauigkeit in Diktion und Ausdruck, Determinierung von Dimensionen, Quantitäten und Proportionen sind auch ihnen in höchstem Maße eigen. Der Satz: „Nur in einem definierten Raum kann schöpferische Phantasie sich entfalten“ könnte für Prantls Werke nicht besser formuliert werden.

Hörbeispiele

Zuletzt angesehene Werke

Keine zuvor angesehenen Werke