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Die Sache Makropulos, Janáceks achte und zugleich vorletzte Oper, zählt zu den meistaufgeführten Opern des 20. Jahrhunderts. Sie basiert auf einem Theaterstück von Karel Capek, das Janá?ek im Januar 1923 in Brünn sah und daraufhin beschloss, es als Grundlage für seine neue Oper zu verwenden. Capek war von dieser Idee anfangs wenig begeistert, stimmte aber schließlich im September 1923 zu. Janácek konnte am 11. November 1923 mit der Arbeit beginnen und stellte das korrigierte Manuskript am 3. Dezember 1925 fertig. Die Oper wurde am 18. Dezember 1926 am Nationaltheater Brünn uraufgeführt und dank des Produktionsteams rund um Regisseur Otakar Zítko und Dirigent František Neumann besser aufgenommen, als ursprünglich erwartet. Was ist so reizvoll an Die Sache Makropulos Vielleicht ist es die turbulente Detektivgeschichte, ihre Rätselhaftigkeit und Märchenhaftigkeit. Vielleicht ist es auch die moderne Umgebung, in der die Figuren Telefone benutzen (übrigens handelt es sich hierbei um die erste Oper, in der ein Telefon vorkommt) oder ein Taxi nehmen. Anders als Janáceks zuvor komponierte Oper Das schlaue Füchslein repräsentiert Die Sache Makropulos das Gegenteil des Gewöhnlichen. Figuren, Handlung und Schauplatz sind außergewöhnlich und in gewisser Hinsicht exklusiv. Gleichzeitig erzählt das Werk die Geschichte einer unglücklichen Frau, die dreihundert Jahre leben muss und dadurch gegen ihren Willen zu einem emotional ausgebrannten Geschöpf wird. Wieso verstört und bewegt uns Die Sache Makropulos gleichermaßen? Der Grund dafür mag in der musikalischen Sprache des Komponisten liegen, die auf sehr kurzen, fast aphoristischen und übereinander geschichteten Motiven basiert. Die gedrängten Bewegungen haben auf uns, gemeinsam mit den Dynamiken der Darsteller, eine starke Wirkung. Oder können wir uns vielleicht mit der filmisch verdichteten Erzählweise identifizieren? Dieses Werk spricht seine Zuhörer auf verschiedenen Ebenen an und gilt aus diesem Grund als einer der Höhepunkte des Musiktheaters des 20. Jahrhunderts. Jirí Zahrádka

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Béla Bartók

Rumänische Volkstänze

für Violoncello und Klavier

Aus einem Brief Béla Bartóks während des ersten Weltkrieges: „Ich erachte es als mein Lebensziel, mein Studium der rumänischen Volksmusik wenigstens in Siebenbürgen fortzusetzen und zu Ende zu führen...“ Vorerst verhinderte jedoch der Krieg die für 1914/15 geplante Herausgabe der aus dem Komitat Máramaros stammenden Sammlung. Das Werk erschien 1967. Unter den 1115 Instrumentalmelodien befinden sich die sieben, die Bartók unter dem Titel Rumänische Volkstänze aus Ungarn zu einem Zyklus zusammenfügte. Die sieben Melodien werden von Bartók in ein und dieselbe Kate­gorie eingereiht: alle weisen eine feste, geschlossene, meist vierzeilige Form auf. Dabei handelt es sich bei den sieben Weisen um sechs verschiedene Tänze, die aus vier verschiedenen Gegenden Sieben­bürgens stammen. Bartók wählte die Stücke aus einem größeren Gebiet aus und änderte auch die Reihenfolge nach eigener Konzeption. Zuerst erklingt „Der Tanz mit dem Stabe“, den ein junger Bursche allein vorführt, mit komplizierten Schritten ausschmückt und zu­letzt – wie Bartók bemerkt – einen solchen Sprung ausführt, dass er der niedrigen Zimmerdecke einen Fußtritt versetzen kann. Das zweite Stück ist ein Rundtanz, genannt „Brâul“, den Bartók ein 30jähriger Mann auf der Hirtenflöte vor­spielte. Den dritten Tanz lernte Bartók wahr­scheinlich von demselben Flötenspieler. Die Bezeichnung „Der Stampfer“ bezieht sich auf die Choreographie: Er wird von einem Paar auf der Stelle trappelnd getanzt. Der vierte Tanz (Tanz der Butschumer) stammt aus dem rumänischen Ort Bucium (Butschum). Bartók hörte das herrlich schöne, im 3/4-Takt schaukelnde Andante-Thema von einem Zigeuner auf der Geige gespielt. Mit der Rumänischen „Polka“ (Poarga romancasca, Allegro), die durch den ständigen Wechsel von 2/4- und 3/4-Takt das rhythmisch interessanteste Stück des Zyklus bildet, beginnt die Reihe der Finale- Tänze. Der Zyklus wird von zwei raschen Tänzen, sogenannten M?run?el, abgeschlossen. Nur wer die rumänischen Volkstänze in Siebenbürgen kennengelernt und genossen hat, weiß die Bearbeitung Bartóks erst richtig zu schät­zen; der ganze Reichtum, die bunte Vielfalt des Dorflebens wird im Konzertsaal lebendig. Aus: (c) Universal Edition und György Kroó, Bartók Handbuch

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