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Wolfgang Rihm: Die Hamletmaschine

  • Musiktheater in 5 Teilen (1983-1986)
  • 2 2 2 2 - 4 3 3 1 - Pk, Schl(6), Klav, Str(14 12 10 8 6)
  • Dauer: 90’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte(1) (+Picc)
    2. Flöte(1) (+Picc)
    1. Oboe(1) (+Bkl)
    2. Oboe(1) (+Eh)
    1. Klarinette in A(1) (+Kl(Es))
    2. Klarinette in A(1) (+Bkl(B)
    Kl(Es))
    1. Fagott(1)
    2. Fagott(1) (+Kfg)
    1. Horn in F(1)
    2. Horn in F(1)
    3. Horn in F(1)
    4. Horn in F(1)
    1. Trompete in C(1)
    2. Trompete in C(1)
    3. Trompete(1) (+Trompete, hoch)
    1. Posaune(1) (+Btrp)
    2. Posaune(1)
    3. Posaune(1)
    Kontrabasstuba(1)
    Klavier(1)
    Pauken(1)
    1. Schlagzeug(2)
    2. Schlagzeug(2)
    3. Schlagzeug(2)
    Violine I(14)
    Violine II(12)
    Viola(10)
    Violoncello(8)
    Kontrabass(6)
  • Chor: SATB (auch Sprechchor): mind. 12S, 12A, 12T, 12B
  • Rollen: Hamlet I (alter Schauspieler) Hamlet II (junger Schauspieler) Hamlet III (Bariton) Ophelia (hochdramatischer Sopran) 3 Ophelia-Doubles: Marx, Lenin, Mao - 3 "nackte Frauen", "Stimmen aus dem Sarg" (1. sehr hoher Sopran, 2. Sopran und 3. Mezzosopran) 4 Lachende (2 Frauen, 2 Männer) 3 Schreiende (Männer) einige stumme Partien
  • Komponist: Wolfgang Rihm
  • Librettist: Wolfgang Rihm
  • Dichter d. Textvorlage: Heiner Müller

Werkeinführung

Die Geschichte war wohlbekannt, jene des Prinzen Hamlet und seiner traurigen Braut Ophelia. Den Dramatikern der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stand der Sinn aber nicht nach Erzählen – gerade weil so viel faul war an den Zeitläuften. Altbekannte Handlungsmuster sollten deshalb aufgebrochen, die immer gleichen öden Ketten der Kausalität gesprengt werden. Sein oder Nichtsein: Wer wollte das noch ernsthaft fragen angesichts der völlig irrationalen Möglichkeit einer atomaren Zerstörung unserer Welt? Auf der Bühne entstand die Idee eines Theaters, das man heute das «postdramatische» nennt – eine Darstellungsform, in der wenig erklärt, aber trotzdem eine Menge geredet wird. Ein Initialtext dieses Theaters ist Heiner Müllers Hamletmaschine aus dem Jahr 1977. Danach war auf den Bühnen nichts mehr, wie es vorher war.

Wolfgang Rihm bekam Müllers Hamletmaschine schon bald nach dem Erscheinen in die Hände, und er erkannte bei der Lektüre etwas Entscheidendes: In diesem Metatext zu Shakespeares Hamlet-Tragödie, der selbst kaum noch Handlung transportiert und schließlich sogar die Befreiung des Schauspielers aus seiner Rolle und von der Übermacht des Autors propagiert, lag eine Lösung für die Krise, in der sich das zeitgenössische Musiktheater seinerzeit befand. Noch dessen beste Vertreter hielten nämlich an der Literaturoper fest. Rihm aber schwebte etwas anderes als geschlossene Handlungsstrukturen vor: ein Totaltheater, durchaus in Berührung mit Wagners Idee des Gesamtkunstwerks, worin die Musik das Drama gleichsam aus sich selbst neu erschafft.

Rihms Vertonung, oder besser: seine umfassende Musikalisierung von Müllers Hamletmaschine, 1987 in Mannheim uraufgeführt, ist deshalb ein Meilenstein der jüngeren Operngeschichte.

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Uraufführung

Ort:
Nationaltheater, Mannheim (DE)
Datum:
30.03.1987
Orchester:
Orchester des Nationaltheaters
Dirigent:
Peter Schneider
Hauptsolisten:
Kurt Müller-Graf - Hamlet I, Rudolf Kowalski - Hamlet II, Johannes M. Kösters - Hamlet III, Gabriele Schnaut - Ophelia

Pressestimmen

Wolfgang Rihm’s Hamletmaschine is a forgotten masterpiece of the modern age and was last staged in 1990, four years after its première. […] In a time characterised by fundamentalist attacks, religious wars, humanitarian tragedy, the loss of utopias and political uncertainty, Die Hamletmaschine becomes a matter of great topicality. (Zürich Opera House)

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