Kurt Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

  • Oper in 3 Akten (1930)
  • 2 1 1 2 - 2 3 2 1 - Ssax(B), Asax(Es), Tsax(B), Pk, Schl, Klav, Bgit, Bj, Band, Vl, Va, Vc, Kb; Bühne: Zith, Klav, 3 Vl
  • Dauer: 140’
  • Instrumentierungsdetails:
    1. Flöte (+2. Picc
    a. d. Bühne)
    2. Flöte (+1. Picc
    a. d. Bühne)
    Oboe
    Klarinette in in B und A (+a. d. Bühne)
    Sopransaxophon in B (+Barsax(Es)
    2. Kl(B)
    a. d. Bühne)
    Altsaxophon in Es (+a. d. Bühne)
    Tenorsaxophon in B (+a. d. Bühne)
    1. Fagott (+a. d. Bühne)
    2. Fagott (+Kfg
    a. d. Bühne)
    1. Horn in F (+a. d. Bühne)
    2. Horn in F (+a. d. Bühne)
    1. Trompete in B (+a. d. Bühne)
    2. Trompete in B (+a. d. Bühne)
    3. Trompete in B
    1. Posaune (+a. d. Bühne)
    2. Posaune (+a. d. Bühne)
    Basstuba (+a. d. Bühne)
    Pauken
    Schlagwerk (+a. d. Bühne)
    Bassgitarre
    Banjo (+Hawaiigit
    a. d. Bühne)
    Bandoneon (+a. d. Bühne)
    Klavier (+Harm ad lib.)
    Violine
    Viola
    Violoncello
    Kontrabass
    Weitere Bühneninstrumente: Zither
    Klavier
    3 Violinen
  • Chor: SATB
  • Rollen: Leokadja Begbick, Mezzosopran Fatty, Tenor Dreieinigkeitsmoses, Bariton Jenny Hill, Sopran Jimmy Mahoney, Tenor Jack O'Brien, Tenor Bill, Bariton Joe, Baß Tobby Higgins, Tenor sechs Mädchen und die Männer von Mahagonny
  • Komponist: Kurt Weill
  • Librettist: Bertolt Brecht

Werkeinführung

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ist nach der Dreigroschenoper die bekannteste Oper von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Sie bildet einen Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit und gleichzeitig das Werk, über das sie sich später verwarfen, denn schnell wurde klar, dass Brechts Vorstellungen eines epischen Theaters nicht mit der Musik Weills übereingingen. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ging das Mahagonny Songspiel voraus, nach dessen erfolgreicher Uraufführung 1927 in Baden-Baden Weill und Brecht beschlossen, aus dem Material eine komplette Oper zu machen. Nachdem die Berliner Krolloper eine Premiere des Werkes abgelehnt hatte, wurde Mahagonny in Leipzig uraufgeführt. Die Premiere war ein Skandal, die Aufführung wurde durch Anhänger der Nationalsozialisten gestört. Dennoch gab es kurze Zeit darauf Folgeaufführungen in Kassel, Prag und Frankfurt und schließlich 1931 erfolgreich in Berlin im Theater am Kurfürstendamm mit etwa 50 Aufführungen unter dem Dirigat von Alexander Zemlinsky. Nach 1932 wurde Mahagonny nicht mehr aufgeführt und kam zu Weills Lebzeiten nicht mehr auf die Bühne. Die erste vollständige Nachkriegsproduktion fand 1957 in Darmstadt statt. Danach eroberte das Werk nach und nach die Bühnen der Welt.

Die drei Gesetzesflüchtlinge Leokadja Begbick, Fatty und Trinity Moses gründen mitten in der Wüste die Stadt Mahagonny, ein Paradies für Vergnügungshungrige, das rasch Zuwachs findet. Jim Mahoney und seine Kumpanen finden schnell gefallen an dem Leben in Mahagonny. Jimmy tut sich mit der Hure Jenny zusammen, ist aber bald unzufrieden, da diverse Verbote die Stadt pflastern, und überlegt, Mahagonny zu verlassen. Doch plötzlich droht Gefahr, ein Hurrikan ist auf dem Weg und droht, Mahagonny zu vernichten. Wie durch ein Wunder zieht der Hurrikan an der Stadt vorbei, worauf die Bewohner exzessiv feiern. Jimmy geht schließlich das Geld aus und als weder seine Freunde noch Jenny für ihn einspringen wollen, wird er zum Tode verurteilt. Dies läutet gleichzeitig das Ende von Mahagonny ein.


Kurt Weill schrieb 1927 während seiner Arbeit an Mahagonny an die UE:

Es steht doch außer Zweifel, dass gegenwärtig eine völlig neue Art von Bühnenkunstwerk entsteht, das sich an ein anderes und ungleich größeres Publikum wendet, und dessen Wirkung in ganz ungewohnter Weise in die Breite gehen wird. Diese Bewegung, deren stärkster Faktor auf dem Gebiete des Schauspiels Brecht ist, hat bisher nirgends auf die Oper übergegriffen, obwohl die Musik eines ihrer wesentlichsten Elemente ist. Das Stück, das wir schaffen werden, wird nicht Aktualitäten ausnützen, die nach einem Jahr veraltet sind, sondern es will unsere Zeit in einer endgültigen Form gestalten. Daher wird seine Auswirkung sich weit über seine Entstehungszeit hinaus erstrecken. Es gilt eben das neue Genre zu schaffen, das die völlig veränderten Lebensäußerungen unserer Zeit in einer entsprechenden Form behandelt.  

Hörbeispiele

Die gesamte Ansichtspartitur (PDF-Vorschau)

Kommende Aufführungen

Uraufführung

Ort:
Städtisches Theater, Leipzig (DE)
Datum:
09.03.1930
Dirigent:
Gustav Brecher

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